Das Finanzpolster der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland wächst dank der guten Wirtschaftslage weiter. Bis Ende Juni 2018 überschritten die Reserven erstmals die Marke von 20 Milliarden Euro, wie das Bundesgesundheitsministerium am 4.9.2018.mitteilte.

Die bestehenden Reserven entsprechen im Schnitt mehr als dem Vierfachen der gesetzlich vorgesehenen Mindestrücklage. Bis Ende März 2018 waren noch insgesamt 19,9 Milliarden Euro in der Reserve gewesen.

Spahn: Beitragszahler sollen von Finanzreserven profitieren

Minister Jens Spahn (CDU) bekräftigte mit Blick auf schon auf den Weg gebrachte Gesetzespläne, von weiter steigenden Reserven sollten auch die Beitragszahler profitieren. Vorgesehen ist, dass Kassen mit sehr hohen Reserven ab 2020 einen Teil ihrer Rücklagen über geringere Zusatzbeiträge abbauen müssen. Voraussetzung ist, dass bis dahin eine Reform des Finanzausgleichs unter den Kassen geschafft ist.

Gesundheitsministerium rechnet mit deutlichem Jahresüberschuss

Im ersten Halbjahr 2018 verbuchten die gesetzlichen Kassen insgesamt einen Überschuss von 720 Millionen Euro. Dabei standen Einnahmen von 120,3 Milliarden Euro Ausgaben von 119,6 Milliarden Euro gegenüber. Nach den ersten sechs Monaten spreche alles dafür, dass die Kassen auch das Gesamtjahr mit einem deutlichen Überschuss abschließen, erläuterte das Ministerium.