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Ärztevergütung deutlich senken - zu hohe Preise

Bild: Haufe Online Redaktion

Die gesetzlichen Krankenkassen haben das Kriegsbeil ausgegraben: Sie wollen die Preise der 130.000 niedergelassenen Ärzten drücken - und zwar deutlich. Die Kassenärzte haben dagegen Nachholbedarf angemeldet und warnen vor der Schließung von Landarzt-Praxen.

Zwischen Ärzten und gesetzlichen Krankenkassen zeichnet sich ein massiver Konflikt ums Geld ab. Die Kassen wollen den sog. Orientierungswert für die Leistungen der rund 130.000 niedergelassenen Mediziner um gut 7 % oder 2,2 Milliarden Euro senken. Diese Forderung gab der Kassen-Spitzenverband GKV am 9.8.2012 in Berlin bekannt.

Ärzte fordern Inflationsausgleich von 11 %

Die Kassen erteilten damit der Forderung der Kassenärzte nach einem Inflationsausgleich nach 3 Jahren um 11 % oder etwa 3,5 Milliarden Euro eine kategorische Absage. Die Forderung sei «nicht gerechtfertigt», sagte der Vizevorsitzende des GKV-Verbandes, Johann-Magnus von Stackelberg.
Nach seiner Darstellung stiegen die Ärzte-Einkommen nach Abzug der Kosten und vor Steuern zwischen 2007 und 2011 überdurchschnittlich um geschätzte 29 % auf im Schnitt 134.000 Euro im Jahr. Damit gehörten die niedergelassenen Ärzte zu den Spitzenverdienern in Deutschland, meinte der Kassen-Manager.

Nicht mit Einigung zu rechnen

Über die Neufestsetzung der ärztlichen Vergütung verhandeln beide Seiten bereits. Dabei rechnet von Stackelberg angesichts der weit auseinanderliegenden Positionen nicht mit einer Einigung. Dann entscheiden 3 unabhängige Sachverständige bei einer Sitzung des Erweiterten Bewertungsausschusses am 31.8.2012.

Kassen wollen Punktwert senken

Die aktuelle Vergütung der kassenärztlichen Leistungen liegt seit 3 Jahren bei 3,5048 Cent je Punkt. Die Kassen wollen diesen Wert auf 3,2537 Cent senken, weil die Praxiskosten je Leistung auch durch eine bessere Auslastung gesunken seien.
Rückendeckung für die Argumentation liefert eine vom GKV-Verband in Auftrag gegebene Prognos-Studie. Danach stieg die ärztliche Gesamtvergütung in den vergangenen Jahren deutlich stärker als die erbrachte Leistung und die Kosten. Deshalb müsse die Vergütung der Aufwandsentwicklung nach unten angepasst werden.

Sparen zu Lasten der Patienten

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) sprach von einem verantwortungslosen Sparkurs der Kassen zu Lasten der Patienten, vor allem in ländlichen Gebieten. Dort kämpften bereits heute immer mehr Einzelpraxen ums Überleben.

Schlagworte zum Thema:  Krankenkasse, Kassenarzt, Vergütung

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