01.10.2012 | Krankenhauskosten

Streit um steigende Kosten der Krankenhäuser

Der Orientierungswert soll steigende Krankenhauskosten abbilden.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Angesichts der Honorarverhandlungen bei niedergelassenen Ärzten steht auch der sogenannte Orientierungswert im Mittelpunkt - er begrenzt künftig die Ausgabensteigerung in den Krankenhäusern. Prompt gibt es Streit um den statistisch ermittelten Richtwert.

Der neue Richtwert für die finanziellen Zuwendungen der Krankenkassen an die deutschen Krankenhäuser sorgt bei den Verhandlungsparteien für Streit. Die Kliniken mussten für Personal und Sachausstattung von Juli 2011 bis Ende Juni 2012 im Schnitt 2 % mehr ausgeben als im entsprechenden Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am 28.9.2012 mitteilte.

Der Orientierungswert wurde zum ersten Mal veröffentlicht. Er soll künftig als Steuerungsgrundlage für die Gesundheitsausgaben in Krankenhäusern dienen. Die Personalkosten legten demnach im betreffenden Zeitraum um 1,9 % zu, die Sachkosten etwas stärker um 2,2 %.

Streit um Orientierungswert

Kritik kam von der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). Der ermittelte Orientierungswert sei mit 2 % weit weg von der tatsächlichen Kostenbelastung, die Krankenhäuser aktuell und im kommenden Jahr hätten. «Die Krankenhäuser brauchen Preiserhöhungsspielräume, die die Kostenbelastung in 2013 realistisch widerspiegeln», sagte DKG-Präsident Alfred Dänzer laut Mitteilung.

Die 2 % deckten nicht einmal die Inflationsrate ab. «Ohne Hilfe des Gesetzgebers droht den Krankenhäusern in 2013 eine Finanzierungskatastrophe», sagte Dänzer.

Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherungen wies die Kritik der DKG zurück. «Die Krankenhausgesellschaft malt ein Schreckensbild an die Wand, welches fern der Realität ist», sagte Sprecher Florian Lanz der dpa. Der Orientierungswert zeige, dass die tatsächlichen Kostensteigerungen der Krankenhäuser viel geringer seien als stets behauptet.

Orientierungswert als realistische Messgröße

Bislang war die Ausgabensteigerung für Krankenhausleistungen durch die Einnahmenentwicklung der Gesetzlichen Krankenversicherung gedeckelt. Der Orientierungswert soll nach dem Willen der Bundesregierung die tatsächliche Kostenentwicklung der Krankenhäuser genauer abbilden. Er wird aus bereits vorhandenen statistischen Daten wie der Verdiensterhebung, der Preisentwicklung und dem Kostennachweis der Krankenhäuser errechnet.

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