18.09.2015 | Patientenschutz

Krankenhäuser wollen Behandlungsfehler vermeiden

Die Gründe für Behandlungsfehler sind vielfältig
Bild: Haufe Online Redaktion

Deutschlands Krankenhäuser versuchen verstärkt, Behandlungsfehler und Risiken für Patienten zu vermeiden. Für den Patientenschutz sollen Mitarbeiter Missstände anonym melden können. Darauf deuten Ergebnisse einer Umfrage unter Kliniken hin, die am 17.9.2015 vorgestellt wurde.

Jedes Jahr beschweren sich rd. 40.000 Patienten über echte oder vermeintliche Behandlungsfehler. Aber trotz des anonymen Meldesystems sehen Krankenkassen und Experten noch viele Verbesserungsmöglichkeiten.

Ausbau des Meldesystems für Behandlungsfehler

Mit der systematischen Enthüllung von Schwachstellen in Krankenhäusern sollen die Patienten nach Vorstellung der Deutschen Stiftung Patientenschutz besser vor Risiken geschützt werden. «Wir brauchen ein verpflichtendes Whistleblowersystem», sagte Stiftungsvorstand Eugen.
Der Umfrage des Bonner Instituts für Patientensicherheit zufolge haben weit mehr Kliniken zum Beispiel Systeme eingeführt, bei denen Ärzte und Pfleger anonym im Internet Fehler, Beinahe-Schäden und andere unerwünschte Ereignisse melden können. Hatten dies bei einer Erhebung vor fünf Jahren nach eigenen Angaben deutlich weniger als die Hälfte der Häuser systematisch umgesetzt, waren es nun gut zwei von drei. Wichtig sei dies, damit Kliniken aus Fehlern lernen können.

Personalschlüssel in der Pflege zum Patientenschutz

Aus Sicht des AOK-Bundesverbands, der Techniker Krankenkasse (TK) und des Aktionsbündnisses Patientensicherheit dürfen Fehler nicht unter den Tisch gekehrt werden - man dürfe aber auch nicht in erster Linie nach einem Schuldigen suchen, sondern die Ursachen bekämpfen. TK-Chef Jens Baas kritisierte, riskant sei der Mangel an Pflegepersonal in vielen Kliniken. Er forderte, Kliniken konkrete Personalschlüssel in der Pflege vorzuschreiben, wenn sie bestimmte Therapien anbieten.

Behandlungsfehler: Keime und vergessenes OP-Material

Laut Angaben des Aktionsbündnisses Patientensicherheit vom Frühjahr wird jedes Jahr allein bis zu 3.000 Mal Operationsmaterial im Körper vergessen. Zu den Risiken zählen etwa Klinikinfektionen, Mängel bei der Vorbereitung von Operationen oder fehlende ärztliche Informationen für einen anderen Behandler eines Patienten. Zur Zahl der Behandlungsfehler liegen nur Schätzungen vor. Die Annahmen reichen laut Bundesregierung von 40.000 bis 170.000 Behandlungsfehlern in allen Bereichen des Gesundheitssystems jährlich.
Gegen gefährliche Keime forderte Brysch bundesweite Standards etwa bei Screenings der Patienten bei Aufnahme und Entlassung aus einer Klinik. Krankheitserreger könnten so besser identifiziert werden. Zudem müssten Patienten besser über die Qualität der Krankenhäuser in punkto Sicherheit informiert werden.

Schlagworte zum Thema:  Krankenhaus, Behandlungsfehler

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