12.03.2014 | Krankenhausbehandlung

Kliniken nach Erfolg der Behandlung bezahlen?

Sollen Krankenhäuser nach Erfolg bezahlt werden?
Bild: Haufe Online Redaktion

50 % der Krankenhäuser schreiben rote Zahlen, 10.000 Stellen sind frei. Regierung und Kassen wollen die Kliniken nach Behandlungsqualität und Erfolg bezahlen! Ist dies überhaupt messbar? Die Krankenhäuser meinen: Die Probleme lägen ganz woanders.

Die Krankenhäuser in Deutschland stemmen sich gegen das Vorhaben der Koalition, ihre Bezahlung stärker an Behandlungserfolg oder -misserfolg auszurichten. Vielmehr müsse die Politik wachsende Finanzlücken bei den Krankenhäusern in Milliardenhöhe rasch schließen, forderte die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG). Die Kliniken könnten Tausende offene Stellen kaum neu besetzen.

Qualitätsinstitut soll Qualität der Kliniken transparenter machen

Zu- und Abschläge je nach Behandlungsqualität sind ein zentrales Ziel der Koalition im Kliniksektor. Die Koalition will ein Qualitätsinstitut einrichten. Patientendaten sollen ausgewertet und so die Qualität der Kliniken transparenter werden. DKG-Präsident Alfred Dänzer wandte ein, es sei nicht messbar, ob die Patienten von Ärzten aufgestellte Verhaltensregeln auch einhielten. Davon hänge aber zentral der Behandlungserfolg ab.

Ein staatliches Qualitätsinstitut sei trotzdem zu begrüßen, sagte Dänzer. Denn heute verunglimpften Krankenkassen wie die AOK die Krankenhäuser mit übertriebenen Warnungen vor Behandlungsrisiken. Patienten würden verunsichert.

Lanz: Bremserhäuschen nicht erwünscht

Der Kassen-Spitzenverband entgegnete, die Qualität von Operationen müsse bei der Bezahlung berücksichtigt werden. «Wir wünschten uns, dass sich die Klinikverbände an die Spitze der Bewegung stellten, statt sich im Bremserhäuschen einzurichten», sagte Sprecher Florian Lanz.

Gröhe mit Klinik-Reform begonnen

Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat mit den Vorbereitungen zur geplanten Klinik-Reform begonnen. In einem Schreiben lud er die Gesundheitsminister der Länder ein, Vertreter für eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe zu benennen, die am 24.3.2014 ihre Arbeit aufnehmen und die Reformpläne konkretisieren soll.

50 % schreiben rote Zahlen - 10.000 Stellen unbesetzt

Die DKG zeichnete ein düsteres Bild der Lage der Kliniken. «Über 50 % der Krankenhäuser schreiben rote Zahlen», sagte Dänzer. Die Häuser hätten zunehmend Probleme, Ärzte, Pfleger und Assistenten zu gewinnen und zu halten. «Wir haben 10.000 freie Stellen», sagte Hauptgeschäftsführer Georg Baum.
Den Bundesländern warf die DKG vor, viel zu wenig in Gebäude und Geräte zu investieren. Statt der nötigen 6 Milliarden Euro jährlich flössen nur 2,7 Milliarden.

Kampagne «Wann immer das Leben uns braucht»

In einer bundesweiten Kampagne unter dem Motto «Wann immer das Leben uns braucht» wollen die Krankenhäuser nun für ihre Anliegen werben.

Nützliche Tipps zur Krankenhauswahl finden Sie hier!

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