13.11.2013 | Koalitionspläne zu Rentenbeitrag und Mütterrente

Verbesserungen bei der Rente zulasten der Jungen?

Junge Beitragszahler müssen für bessere Renten Älterer zahlen
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Zukunft der Rente ist noch offen. Werden die Pläne jedoch umgesetzt, wird's teuer - vor allem für die jüngeren Beitragszahler. Um die Mütterente zahlen zu können, müsste die Senkung des Rentenbeitrags 2014 ausfallen.

Die Rentenversicherung basiert auf dem Generationenvertrag. Die junge Menschen zahlen für die alten. Wenn Union und SPD ihre Rentenpläne umsetzen, wird es für die Jungen teuer - profitieren dürften vor allem Ältere. Denn bessere Rentenleistungen und weniger Rentenbeitrag kann nicht funktionieren.

Demografische Entwicklung hebelt Generationenvertrag aus

Problem dabei: Aus demografischen Gründen gibt immer mehr Alte im Vergleich zu immer weniger Jungen. Vor 20 Jahren kamen noch 4 Erwerbsfähige auf einen Rentner. Bis 2013 wird sich das Verhältnis laut Prognosen auf 2 zu 1 verschlechtern. Dazu kommt, dass wegen der steigenden Lebenserwartung die Rentenbezugszeit steigt. Sie beträgt derzeit etwa 19 Jahre im Vergleich zu 11 Jahren 1970.

Das sind die Rentengeschenke

In den aktuellen Koalitionsverhandlungen von Union und SPD soll ein Rundum-sorglos-Paket für die Rente entwickelt werden:

  • mehr Rente für ältere Mütter,
  • Rente ohne Abschlag schon mit 63 für langjährig Beschäftigte,
  • mehr Rente für Erwerbsgeminderte,
  • Garantierente für Geringverdiener und
  • Angleichung der Ost-Rentenwerte ans Westniveau.

Was kosten die Verbesserungen bei der Rente?

Die Kosten für die Rentenpläne werden langfristig auf etwa 20 Mrd. EUR im Jahr geschätzt - mehr als eine aktuelle Monatsausgabe der Rentenkasse. Und selbst wenn nicht alle Pläne zur Rente umgesetzt werden: Voraussichtlich müssen die Beitragszahler in der Rentenversicherung zur Kasse gebeten werden - evtl. auch die Steuerzahler.

Keine Senkung des Rentenbeitrags

Die besseren Rentenleistungen könnten zunächst durch einen Verzicht auf die gesetzlich vorgeschriebene Absenkung des Rentenbeitrags Anfang 2014 von 18,9 auf 18,3 % finanziert werden. Die Rentenkasse gewinnt so 6 Mrd. EUR - zulasten der Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Da durch Leistungsverbesserungen bei der Rente die derzeitigen Rentenrücklagen von 31 Mrd. EUR schneller aufgebraucht wären, wäre sogar bald mit einem höheren Beitrag der Rentenversicherung zu rechnen. Durch eine geringere Rentenerhöhung würden auch die rund 20,5 Mio. Rentenbezieher den Verzicht auf die Beitragssenkung spüren.

Die verbesserte Mütterrente

Durch die Mütterrente soll eine Ungleichbehandlung beendet werden: Frauen erhalten für nach dem 1.1.1992 geborene Kinder 3 Rentenpunkte statt nur 1 Rentenpunkt für früher geborene Kinder. Mit dem Beschluss sollte damals ein Anreiz zur Steigerung der Geburtenrate geben werden.

Der Vorstoß zur besseren Mütterrente kostet mindestens 6,5 Mrd. EUR pro Jahr. Die Mütterrente wird allen Frauen mit Kindern zukommen. Die SPD kritisiert daher die Einbeziehung der Mütterrente in die Bekämpfung der Altersarmut, da nicht nur Frauen mit Minirenten profitieren.

Abschlagsfreie Rente für langjährig Beschäftigte

Langjährig Beschäftigte sollen nach 45 Versicherungsjahren bereits mit 63 Jahren ohne Abschlag in Rente gehen können, so die Idee der SPD. DA dies jedoch heute meist nur ältere, ohnehin gut gestellte z. B. Facharbeiter erfüllen, sind die Pläne für junge Menschen eher Utopie. Die abschlagfreien Rente mit 63 würde laut Expertenschätzungen gut 4 Mrd. EUR kosten. Sie würde auf der Beitragsseite die langfristig entlastende Wirkung der Rente mit 67 wieder aufheben.

Schlagworte zum Thema:  Rente, Mütterrente, Rentenversicherungsbeitrag

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