Serienelemente
Kinderzuschlag: Gemeinsam mit dem Kindergeld soll verhindert werden, dass die gesamte Familie auf Arbeitslosengeld II angewiesen ist. Bild: Haufe Online Redaktion

Eltern, die ein geringes Einkommen erzielen, können die finanziellen Bedürfnisse ihrer Kinder häufig nicht im vollen Umfang absichern. Unterstützung erhalten sie durch den Kinderzuschlag. Wann besteht ein Anspruch und wie erfolgt die Berechnung? Ein Überblick.

Die rechtliche Grundlage für den Kinderzuschlag bildet § 6a Bundeskindergeldgesetz (BKGG). Gemeinsam mit dem Kindergeld deckt dieser den Bedarf der Kinder ab. So wird verhindert, dass die gesamte Familie auf Arbeitslosengeld II angewiesen ist.

Kinderzuschlag: Anspruchsvoraussetzungen

Kinderzuschlag erhalten Eltern für Kinder, die mit ihnen in einem gemeinsamen Haushalt leben, noch nicht 25 Jahre alt und unverheiratet sind. Darüber hinaus müssen die nachfolgenden Voraussetzungen vorliegen:

  1. Für diese Kinder wird Kindergeld oder eine das Kindergeld ausschließende Leistung („Andere Leistungen für Kinder“ nach § 4 BKGG) bezogen.
  2. Die monatlichen Einnahmen der Eltern erreichen die Mindesteinkommensgrenze. Diese beträgt für Elternpaare 900 Euro, für Alleinerziehende 600 Euro. Als Einnahmen gelten dabei beispielsweise Bruttoeinkommen aus Erwerbstätigkeit, Arbeitslosengeld und Krankengeld. Nicht zu den Einnahmen zählen Wohngeld und Kindergeld.
  3. Das zu berücksichtigende Einkommen und/oder Vermögen der Eltern (ohne Wohngeld) übersteigt die Höchsteinkommensgrenze nicht. Diese setzt sich aus der Bemessungsgrenze sowie dem Gesamtkinderzuschlag zusammen. Die Bemessungsgrenze ist dabei der elterliche Bedarf im Sinne der Arbeitslosengeld II-Regelungen und der auf die Eltern entfallende Anteil an Wohn- und Heizkosten.
  4. Die erzielten Einnahmen, ein eventuell gewährtes Wohngeld und der Kinderzuschlag stellen den Bedarf der Familie sicher, so dass kein Anspruch auf Arbeitslosengeld II besteht.

Kinderzuschlag: Höhe und Berechnung

Für ein Kind beträgt der Kinderzuschlag höchstens 170 Euro pro Monat.

Von diesem Betrag wird eigenes Einkommen und/oder Vermögen des Kindes (z. B. Halbwaisenrente, Unterhaltsleistungen, Kapital- und Zinserträge) abgezogen. Wohngeld und Kindergeld werden hierbei nicht berücksichtigt. Bei einem eigenen Einkommen und/oder Vermögen von 170 Euro oder mehr im Monat, wird für dieses Kind kein Kinderzuschlag gewährt.

Die Einkommensanrechnung erfolgt gesondert für jedes Kind. Bei mehreren Kindern werden die auf diese Weise ermittelten Einzelbeträge zu einem Gesamtkinderzuschlag zusammengerechnet.

Der Gesamtkinderzuschlag wird anschließend um das die Bemessungsgrenze übersteigende zu berücksichtigende Einkommen und/oder Vermögen der Eltern gemindert. Dabei wird das elterliche Einkommen aus selbstständiger oder nichtselbstständiger Erwerbstätigkeit nur teilweise vom Gesamtkinderzuschlag abgezogen. Für je 10 Euro, um die die monatlichen Erwerbseinkünfte den maßgebenden Betrag übersteigen, wird der Kinderzuschlag um 5 Euro monatlich gemindert. Alle anderen Einkünfte und Vermögen vermindern den Kinderzuschlag in voller Höhe.

Kinderzuschlag: Beantragung und Auszahlung

Der Kinderzuschlag ist schriftlich bei der örtlich zuständigen Familienkasse zu beantragen und wird in der Regel für einen befristeten Zeitraum bewilligt. Nach Ablauf des Bewilligungszeitraumes ist ein erneuter Antrag erforderlich. Die Auszahlung erfolgt mit dem Kindergeld. Kinderzuschlag wird nicht rückwirkend, sondern erst ab dem Zeitpunkt der Antragstellung gewährt.

Kinderzuschlag: Bildungs- und Teilhabeleistungen

Die Bezieher von Kinderzuschlag haben Anspruch auf Leistungen zur Bildung und Teilhabe, die bei der zuständigen kommunalen Stelle zu beantragen sind. Hierzu gehören unter anderem die Übernahme der tatsächlichen Kosten für eintägige Ausflüge oder mehrtägige Klassenfahrten sowie die Ausstattung der Kinder mit persönlichem Schulbedarf (100 Euro pro Jahr).

Schlagworte zum Thema:  Kinderzuschlag, Sozialversicherung, Leistung, Krankenversicherung

Aktuell
Meistgelesen