| BSG-Urteil

Kein weltweiter Versicherungsschutz durch gesetzliche Krankenkassen

Kein weltweiter Versicherungsschutz durch gesetzliche Krankenkassen
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Gesetzlich Krankenversicherte müssen sich bei Bedarf selbst ergänzend mit weltweitem Schutz bei Auslandsreisen absichern. Krankenkassen dürfen hierfür keine Beitragsmittel einsetzen.

Die klagende Krankenkasse versicherte bei einem privaten Krankenversicherer ihre Mitglieder und deren familienversicherten Angehörigen weltweit bei Auslandsreisen gegen Krankheitskosten. Das Bundesversicherungsamt bat nach anfänglicher Duldung um Beendigung des Vertrags, beriet die Klägerin aufsichtsrechtlich und verpflichtete sie, den Gruppenversicherungsvertrag unverzüglich zu beenden. Die dagegen gerichtete Klage ist erfolglos geblieben.

Gruppenversicherungsvertrag deckte durch Gesetz nicht zugelassene Leistungen ab

Der 1. Senat des Bundessozialgerichts hat am 31. Mai 2016 aufgrund mündlicher Verhandlung die Revision der Klägerin zurückgewiesen: Die Klägerin übernahm mit dem Gruppenversicherungsvertrag zusätzliche, nicht durch Gesetz zugelassene Leistungen. Hierzu hätte es einer ausdrücklichen gesetzlichen Ermächtigung bedurft, an der es fehlt. Hierfür Beitragsmittel einzusetzen, ist unzulässig; die Verpflichtung der Klägerin erfolgte ermessensfehlerfrei. Gesetzlich Krankenversicherte müssen sich bei Bedarf selbst ergänzend mit weltweitem Schutz bei Auslandsreisen absichern.

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Schlagworte zum Thema:  Auslandskrankenversicherung, Gruppenkrankenversicherung

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