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Kassenpatienten müssen geduldiger sein

Warten auf den Arzttermin und Warten in der Praxis - viele Kassenpatienten brauchen im medizinischen Alltag Geduld. Die meisten haben keine Probleme mit der Warterei. Dennoch versprechen die Ärzte Abhilfe.

Gut jeder 5. gesetzlich Versicherte (22 %) muss mehrere Wochen auf einen Arzttermin warten. Bei 11 % sind es zwischen einer und 3 Wochen, bei ebensovielen mehr als 3 Wochen. Das zeigt eine am 21.11.2011 in Berlin veröffentlichte Umfrage der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV).

Privatpatienten sind besser dran

Bei Privatversicherten müssen nur 4 % länger als 3 Wochen warten. Gar keine Wartezeit hatten demnach zuletzt 32 % der Kassen- und 38 % der Privatpatienten.

Der KBV-Vorsitzende Andreas Köhler räumte ein, es gebe Fälle, in denen Patienten eindeutig zu lange warten müssten. "Für sie müssen wir noch Lösungen finden." Rund die Hälfte der gesetzlich Versicherten werde aber sofort behandelt oder war in Praxen ohne Terminvergabe. "Von den Übrigen fanden über Dreiviertel die Wartezeit nicht zu lang", hielt Köhler fest.

Wartezimmer: Wer drin sitzt muss Zeit mitbringen

In der Praxis mussten zuletzt 27 % länger als eine halbe Stunde warten, davon 9 % länger als eine Stunde. Bei den Privatversicherten mussten lediglich 14 % länger als eine halbe Stunde warten.

Ärzte sind weniger geduldig mit den Patienten

Angesichts einer Steigerung bei den medizinisch nicht unbedingt nötigen Leistungen, die die Versicherten aus eigener Tasche zahlen müssen, rief Köhler die Ärzte zum Maßhalten auf. Der Anteil der Versicherten, die vom Arzt eine solche Leistung angeboten bekommen haben, stieg leicht von 22 % 2008 auf nun 24 %. Fast jeder 5. Patient fand die Bedenkzeit zu kurz. Die Ärzte sollten mit diesem Bereich sensibel umgehen, sagte Köhler.

Vertrauen in den Arzt ist ungebrochen

Praktisch unverändert gaben 91 % an, ein gutes bis sehr gutes Vertrauensverhältnis zu ihrem Arzt zu haben. Auch die fachlichen Fähigkeiten beurteilen 92 % der Befragten positiv.

Internetportale zur Arztbewertung haben für die meisten Versicherten noch keine große Bedeutung. Nur 10 % gaben an, diese bereits genutzt zu haben. Von diesen fanden mehr als die Hälfte, nämlich 55 %, die Portale nicht hilfreich. "Die Krankenkassen überschätzen die Relevanz von Arztbewertungsportalen", sagte KBV-Vorstand Carl-Heinz Müller.

Insgesamt waren 28 % der Befragten in den vergangenen 12 Monaten drei bis fünfmal bei einem Hausarzt, 12 % ein-, 16 % zweimal. Bei 6 % waren es 6 bis 10 Besuche. Mit dem Alter steigt der Umfrage zufolge auch die Häufigkeit des Arztbesuchs.

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