Um die Versorgung für Patienten abzusichern, wollen die Kassenärzte eine bessere Vergütung von Hausbesuchen erreichen. Sie solle von derzeit rund 20 Euro pro Besuch auf 30 Euro angehoben werden, forderte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) zum Auftakt der Honorarverhandlungen für 2019 mit dem GKV-Spitzenverband. Angesichts des Aufwands sei die bisherige Vergütung für Hausbesuche zu gering, argumentiert die KBV - und verweist darauf, dass beispielsweise bei Handwerkern teils allein schon Anfahrtspauschalen höher seien.

KBV-Chef Andreas Gassen sagte nach der ersten Verhandlungsrunde, es sei «leider erwartbar, aber sehr enttäuschend», dass die Kassenseite diesen Weg zur Verbesserung der Grundversorgung nicht mitgehen wolle. Die Verhandlungen sollen in der kommenden Woche fortgesetzt werden.

Weniger Hausbesuche

Ärzte in Deutschland haben in den vergangenen Jahren deutlich weniger Hausbesuche gemacht. Gab es 2009 noch 30,3 Millionen Hausarzt-Visiten bei Patienten und 2010 rund 27 Millionen, waren es 2016 nur 25,2 Millionen. Das geht aus einer Mitte Juni bekannt gewordenen Antwort der Bundesregierung auf eine Linke-Anfrage hervor. Im vergangenen Jahr dürfte es laut einer Hochrechnung ein weiteres Minus auf 24,6 Millionen Besuche gegeben haben. Die Zahl der Hausbesuche pro Arzt sank demnach nach KBV-Daten von 2009 bis 2017 von 592 auf 484.