| Infektionskrankheiten

Impfschutz gegen Masernausbrüche

Kinder sollten gegen Masern geimpft sein
Bild: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung www.bzga.de

Die Betreuungsquote von Kindern in Kitas steigt kontinuierlich an - und damit auch die Ansteckungsgefahr bei Infektionskrankheiten, wie z. B. Masern. Der Impfschutz sollte entsprechend ausgerichtet sein. Bei Kleinkindern wird die Masernimpfung nach dem 9. Lebensmonat empfohlen.

Ab dem 1.8.2013 greift der Anspruch auf einen Betreuungsplatz für Ein- bis Dreijährige. Die Anzahl der Kinder in Kindertageseinrichtungen wird sich dann wohl weiter vergrößern. "Weil sich bei fehlendem Impfschutz Infektionskrankheiten wie die Masern gerade in solchen Gemeinschaftseinrichtungen schnell ausbreiten können, sollten mögliche Impflücken schnellstens geschlossen werden. Am besten noch vor Beginn des neuen Kitajahres", sagt Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Ständige Impfkommission empfiehlt zwei Impfungen

"In Anbetracht der über 1.000 gemeldeten Masernerkrankungen in diesem Jahr, kommt der Schutzimpfung gegen Masern eine besonders hohe Bedeutung zu" so Prof. Dr. Pott. Durch rechtzeitiges Impfen können mögliche Ausbrüche verhindert und die Masern sogar ausgerottet werden. Um dies zu erreichen, müssen mindestens 95 % der Kinder 2 Impfungen erhalten - möglichst vor dem 2. Geburtstag. So empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die 1. Impfung zwischen dem vollendeten 11. und 14. Lebensmonat und die 2. zwischen dem 15. und 23. Monat. Wenn Kinder vor dem 11. Monat in die Kita gehen, rät die STIKO, bereits nach dem 9. Lebensmonat erstmalig gegen Masern zu impfen.

Gefahr durch Masern wird unterschätzt

"Die Gefahr von Masern wird noch zu häufig unterschätzt. Einer Studie der BZgA zufolge halten 38 % der Eltern Masern für harmlos, dabei können auch Jahre nach einer Infektion noch schwerwiegende Folgeerkrankungen wie ein schleichender Gehirnzerfall auftreten", erläutert Prof. Dr. Pott. Zwar liegen die Impfquoten von Kindern bei der Einschulung im Jahr 2011 bundesweit bei 96,6 % für die erste und bei 92,1 % für die zweite Masern-Impfung,  jedoch zeigen aktuelle Daten des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung Impflücken bei den 2-Jährigen.

Impfrate bei Masern regional unterschiedlich

Auf Grundlage der vertragsärztlichen Abrechnungsdaten von etwa 550.000 Kindern (Geburtsjahr 2008) erhielten nur 88,5 % die 1. Impfung und etwa 60 % der Kinder bis zum Alter von 2 Jahren beide Masernimpfungen. Die Impfraten weisen dabei deutliche regionale Unterschiede auf - mit den niedrigsten Raten in Berlin, Baden-Württemberg und Bayern.

Informiert entscheiden: Impfaufklärung der BZgA

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hält auf www.impfen-info.de umfassende Informationen zu Krankheitsbild und Schutzimpfung sowie die Bestellmöglichkeit hilfreicher Printmaterialien zum Thema Impfschutz allgemein und speziell zur Masernimpfung bereit.

Masern: Der Impfcheck lohnt sich auch für Eltern

Da heute etwa die Hälfte der gemeldeten Masern-Fälle Jugendliche und junge Erwachsene betreffen, sollten auch Eltern ihren Impfschutz gegen Masern überprüfen und mögliche Impflücken schließen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt allen nach 1970 geborenen Erwachsenen ohne oder mit nur einer Impfung in der Kindheit bzw. bei unklarem Impfschutz eine Impfung gegen Masern. Ein einfacher Impfcheck steht auf www.impfen-info.de/impfpass bereit. Geimpfte schützen nicht nur sich selbst und ihre Kinder, sondern auch andere, die noch nicht geimpft sind oder nicht geimpft werden können.

Im Bundesgesundheitsministerium werden bereits neue Maßnahmen gegen die Ausbreitung von Masern geprüft (News v. 15.7.2013).

Schlagworte zum Thema:  Impfung, Gesundheitsuntersuchung, Masern

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