| Impfung gegen Krankheiten

Impfschutz: Was ist richtig?

Impfungen - die STIKO empfiehlt
Bild: Haufe Online Redaktion

Mit Impfungen lassen sich viele Krankheiten in Schach halten. Doch gelegentlich sind auch Nebenwirkungen zu beachten. Unwissenheit und Angst sind immer schlechte Ratgeber.

Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten in Deutschland im Regelfall die Kosten für Schutzimpfungen, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) oder gemäß Infektionsschutzgesetz empfohlen werden. Viele Kassen haben auch Mehrleistungen im Angebot und übernehmen darüber hinaus weitere Impfungen. Das können auch Impfungen bei Auslandsreisen sein. Hier gilt es, im Einzelfall bei der Krankenkasse nachzufragen.

Grundsätzlich können die Kassen nicht für solche Impfungen aufkommen, die vom öffentlichen Gesundheitsdienst durchgeführt werden oder für die der Arbeitgeber zuständig ist.

Zweitmeinung über Medizinhotline

Einige Impfungen empfiehlt die STIKO allerdings nur für bestimmte Personenkreise oder unter besonderen Voraussetzungen. Da ist es für den Laien schwer, den Durchblick zu behalten. Und zu der ärztlichen Empfehlung wünschen sich viele Patienten eine Zweitmeinung. Dazu bietet es sich grundsätzlich an, die Medizin-Hotlines der Krankenkassen zu nutzen. Die meisten Kassen bieten diesen Beratungsservice gratis für die Versicherten an.

Gebärmutterhalskrebs - erste Impfung gegen Krebs

Ein häufiges Thema ist die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs. Es handelt sich um die zweithäufigste Krebsart bei Frauen. In Deutschland erkranken jährlich 6.500 daran, davon bei 1.600 mit tödlichem Ausgang. Diese Impfung hat große Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erfahren, ist es doch die erste Impfung gegen eine Krebserkrankung. Gebärmutterhalskrebs kann durch eine Virusinfektion ausgelöst werden. Die Impfung schützt gegen ca. 70 % der krebsauslösenden Virentypen. Die Übertragung erfolgt am häufigsten durch sexuelle Kontakte. Deshalb ist sie nur für Personen sinnvoll, die noch keinen Sexualkontakt hatten und sich noch nicht infizieren konnten. Die Krankenkassen übernehmen daher sei einigen Jahren die Impfung für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren.

Die Wirkung der Impfung ist noch nicht sicher, denn bis zur Krebserkrankung vergehen seit Infektion mindestens 15 Jahre. Dieser Zeitraum ist seit Impfbeginn noch nicht abgelaufen. Experten gehen aber sicher davon aus, dass die Impfungen wirken. Auch bei dieser Impfung können Nebenwirkungen auftreten. Nach einer Studie in Großbritannien, wo zwischen 2008 und 2012 dort 6 Millionen Impfdosen verabreicht wurden, traten bei 6.200 Fällen Komplikationen auf. Allerdings gab es kaum schwere Fälle. 

Tollwut-Impfempfehlung bei häufigem Kontakt mit Tieren

Häufig gefragt wird auch nach Tollwut-Impfungen. Tollwut wird durch eine Infektion mit dem Lyssa-Virus verursacht, die meist durch den Biss eines infizierten Tieres übertragen wird. Die unbehandelte Krankheit verläuft immer tödlich. Impfungen sind vorbeugend und im Akutfall – also möglichst schnell nach einem Biss – möglich. Ob die Kosten für die Impfspritzen von der Krankenkasse getragen werden, ist im Einzelfall bei der Kasse zu erfragen.

Schlagworte zum Thema:  Impfung, Krankenkasse

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