19.05.2015 | IGeL

Mehr Selbstzahler-Leistungen beim Arzt

Angebot von IGeL-Leistungen gestiegen
Bild: Haufe Online Redaktion

Das Angebot von individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) steigt weiter an. Am häufigsten sind dies Ultraschalluntersuchungen zur Krebsfrüherkennung bei Frauen.

Patienten werden in deutschen Arztpraxen immer häufiger Diagnose- und Behandlungsmethoden zum Selbstzahlen angeboten. Laut einer am 18.5.2015 in Berlin veröffentlichten Umfrage des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hat innerhalb von 12 Monaten jeder dritte gesetzlich Versicherte eine solche «Individuelle Gesundheitsleistung» (IGeL) offeriert bekommen. Die Quote dieser Versicherten stieg damit deutlich von 29,9 % 2012 auf mittlerweile 33,3 %. 2001 waren es noch 8,9 % gewesen.

75 % nehmen Angebot in Anspruch

Insgesamt hätten 2014 rund 20 Millionen gesetzlich Versicherte Erfahrung mit privaten Zusatzleistungen gemacht. Der Anstoß kommt in 72 % der Fälle vom Arzt. In drei von vier Fällen wurde die angebotene Leistung auch erbracht. Mit Abstand am häufigsten werden Ultraschalluntersuchungen - im Wesentlichen zur Krebsfrüherkennung bei Frauen - und Leistungen im Rahmen der Glaukom-Früherkennung angeboten.

Keine richtige Aufklärung über IGeL-Leistungen

Der Bundes-Patientenbeauftragte Karl-Josef Laumann (CDU) kritisierte Ärzte, die nicht richtig über Sinn und Kosten von IGeL-Leistungen aufklärten. Auch werden Patienten unter Druck gesetzt, diese zu akzeptieren. Das sei eine «Riesensauerei», sagte er. «Sollte sich gesetzgeberischer Korrekturbedarf zeigen, werden wir natürlich handeln.» 

Ob IGeL-Leisungen von Nutzen sind, lesen Sie in unserer News:

IGel größtenteils ohne Nutzen für Patienten

Schlagworte zum Thema:  IGeL, Ärztliche Behandlung

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