22.06.2012 | Individuelle Gesundheitsleistungen

HPV-Test reicht zur Krebsfrüherkennung nicht aus

HPV-Viren können durch Zellabstrich nachgewiesen werden.
Bild: Haufe Online Redaktion

Ein HPV-Test reicht Experten zufolge nicht aus, um das Risiko von Gebärmutterhalskrebs bei Frauen abzuklären.

Der Test auf Humane Papillomviren (HPV) wird in Frauenarztpraxen als Selbstzahlerleistung (IGeL) angeboten. Er lasse aber nur die Aussage zu, dass eine Frau die Viren in sich trägt, die Gebärmutterhalskrebs auslösen - nicht aber, dass sie erkrankt ist oder erkranken wird.

In mehr als 90 % der Fälle sei eine Infektion nach durchschnittlich 13 Monaten nicht mehr nachweisbar, erläutert Christian Albring vom Berufsverband der Frauenärzte (BVF) in München. Der positive Vorhersagewert des Tests liege bei 10 %.

Krebsvorsorgeuntersuchung bringt mehr Sicherheit

Aussagekräftiger sei der Zellabstrich, der im Rahmen der jährlichen Untersuchung zur Krebsfrüherkennung auf Kosten der gesetzlichen Krankenkassen erfolgt. Laut Albring haben 7 von 10 Frauen, bei denen die Zellanalyse verdächtige Zellveränderungen gezeigt hat, auch tatsächlich eine behandlungsbedürftige Erkrankung des Gebärmutterhalses.

Der BVF-Präsident beruft sich auf aktuelle Untersuchungen aus Australien, wonach der positive Vorhersagewert des Zellabstrichs bei mehr als 70 % liegt. Humane Papillomviren werden meist beim Sex durch Haut- oder Schleimhautkontakt übertragen.

Schlagworte zum Thema:  Krebsvorsorge, IGeL, Vorsorgeuntersuchung

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