07.05.2012 | Hebammenhilfe

BMG will Situation der Hebammen verbessern

Die Leistungen der Hebammenhilfe sollen besser vergütet werden
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr will freiberufliche Hebammen angesichts ihrer zunehmenden Existenzsorgen besser unterstützen. Die Hebammenhilfe soll besser vergütet werden.

"Ich fordere die Krankenkassen auf, bei den künftigen Verhandlungen die Situation der Hebammen besser zu berücksichtigen", sagte Bahr der Süddeutschen Zeitung am 4.5.2012.

Selbstständige Geburtshelferinnen verhandeln derzeit mit den gesetzlichen Kassen über eine Anhebung ihrer Gehälter. Zudem protestieren sie gegen eine steigende Haftpflichtprämie. Ein am 4.5.2012 veröffentlichtes Gutachten des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) zeigt bereits erste Engpässe in einigen Bereichen der Geburtshilfe. Hier sieht das Ministerium Spielraum für die Vereinbarung einer höheren Vergütung. "Wohnortnahe Versorgung ist mir wichtig", sagte Bahr.

Zentrale Ergebnisse des Gutachtens

Das Gutachten zeigt, dass trotz sinkender Geburtenzahlen sowohl die Anzahl der Hebammen als auch ihre Arbeitszeiten tendenziell angestiegen sind. In einigen Bereichen ist jedoch erkennbar, dass die Nachfrage das Angebot übersteigt, insbesondere bei der 1:1-Betreuung bei Beleggeburten und der Wochenbettbetreuung.

Differenziertes Bild bei der Vergütungssituation

Dabei hängt die Höhe des erzielten Einkommens auch wesentlich von der durchschnittlichen Arbeitszeit und den durchgeführten Leistungen der Hebammen ab.

Die Berufshaftpflichtversicherung belastet die Hebammen erheblich. Ist auch die Betreuung von Geburten abgedeckt, liegen die überwiegenden Jahresprämien bei fast 3.700 EUR. Im Juli 2012 ist ein erneuter Anstieg dieser Haftpflichtprämien um 15 % zu erwarten. Das Gutachten hat Anzeichen dafür identifiziert, dass Hebammen dies zum Teil zum Anlass nehmen bzw. genommen haben, ihr Angebot u. a. in der Geburtshilfe einzuschränken.

Flächendeckende Versorgung sichergestellt

Bei der Betrachtung der regionalen Versorgungslage zeigt sich derzeit ein weitgehend positives Bild. Wird die Geburtshilfe insgesamt berücksichtigt, also einschließlich der klinischen Betreuung, ist in Deutschland aktuell eine flächendeckende und wohnortnahe Versorgung in der Regel gewährleistet.

BMG will Hebammen unterstützen

Das Bundesministerium für Gesundheit nimmt die Sorgen der in der Geburtshilfe tätigen Hebammen sehr ernst. Die Sicherstellung einer flächendeckenden Versorgung mit Hebammenhilfe, einschließlich der Möglichkeit zur freien Wahl des Geburtsortes, ist daher von besonderer Bedeutung und fordert auch eine angemessene Vergütung.

Das Gutachten stellt aus Sicht des Bundesministerium für Gesundheit auch eine gute Basis für die Verhandlungen zwischen GKV-Spitzenverband und Hebammenverbänden über eine angemessene Vergütung der Hebammenleistungen dar. Aus Sicht des BMG besteht in einigen Leistungsbereichen – insbesondere soweit die Nachfrage das Angebot übersteigt – Spielraum für eine höhere Vergütung.

Hebammenleistungen sollen im SGB verankert werden

Das Bundesministerium für Gesundheit spricht sich darüber hinaus dafür aus, die Leistungen zu Schwangerschaft und Geburt von der Reichsversicherungsordnung (RVO) in das Sozialgesetzbuch (SGB) zu überführen. Dies entspricht einer langjährigen Forderung der Hebammenverbände.

Das ausführliche Gutachten finden Sie hier.

Schlagworte zum Thema:  Hebamme, Berufshaftpflichtversicherung, Geburtshilfe, Hebammenhilfe

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