Hartz IV-Regelsatz steigt 2021 stärker

Die Hartz-IV-Sätze werden zum 1.1.2021 stärker erhöht als bislang bekannt. Das berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) am 7.9.2020 unter Berufung auf aktuelle Berechnungen des Bundesarbeitsministeriums.

Demnach sollen alleinstehende Erwachsene künftig 446 Euro monatlich bekommen, 14 Euro mehr als bisher. Der Satz für Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren steige sogar um 45 Euro auf 373 Euro, für Kinder bis fünf Jahre gebe es künftig 283 statt bislang 250 Euro.

Anpassung der Regelsätze aufgrund Einkommens- und Verbrauchsstichprobe

Grund für die Anhebung sind dem Bericht zufolge die gestiegenen Preise und Löhne. Die Sätze werden alle fünf Jahre neu festgesetzt, wenn eine neue sogenannte Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) vorliegt. Außerdem werden sie jährlich entlang der Lohn- und Preisentwicklung fortgeschrieben. Diese stand aber noch aus, als das Bundeskabinett die Erhöhung der Hartz-IV-Sätze Mitte August auf den Weg gebracht hat. Aus diesem Grund hieß es vor drei Wochen noch, alleinstehende Hartz-IV-Empfänger sollten künftig «mindestens» 7 Euro mehr und damit 439 Euro im Monat bekommen.

Erhöhung der Hartz IV-Regelsätze kräftiger als im August geplant

Nun fällt die Erhöhung nach RND-Informationen deutlich kräftiger aus. Demnach soll der Regelsatz für Ehegatten und Partner vom nächsten Jahr an 401 Euro betragen. Für Erwachsene unter 25, die noch nicht im eigenen Haushalt leben, gebe es 357 Euro. Bundestag und Bundesrat müssen der Erhöhung noch zustimmen.

Erhöhung der Hartz IV-Regelsätze für alle Empfänger

Die Berechnungen der Regelsätze für den Zeitraum ab 1.1. 2021 zeigten: Alle betroffenen Erwachsenen erhielten eine Leistungssteigerung um gut 3 Prozent, heißt es in dem Bericht. Bei einem Teil der Kinder und Jugendlichen seien es mehr als 13 Prozent. Einzige Ausnahme seien die Kinder im Alter von 6 bis 13 Jahren. Für sie gebe es nur 1 Euro mehr, also künftig 309 statt 308 Euro. Für diese Gruppe waren die Sätze in der Vergangenheit stärker erhöht worden, nämlich um 21 Euro von 2016 auf 2017.

dpa