Grundrente kommt im Januar 2021

Sie ist kein Almosen. Sie ist eine Anerkennung für jahrzehntelange, zum Teil harte Arbeit bei geringem Lohn: Die Grundrente. Sie kommt vor allem auch Frauen zugute. Und sie soll gegen Altersarmut helfen.

Der Aufschlag für 1,3 Mio. Menschen mit kleiner Rente kommt im nächsten Jahr - aber er wird wohl teilweise mit etwas Verspätung ausgezahlt. Nach dem Bundestag stimmte am 3.7.2020 auch der Bundesrat mit großer Mehrheit für die Grundrente. Damit kann das Gesetz, das auch als Schritt gegen Altersarmut gesehen wird, zum 1.1. 2021 in Kraft treten. Im Schnitt beträgt der Aufschlag 75 bis 80 EUR, er kann sich aber auch auf bis zu 400 EUR belaufen.

Grundrente: Kein Antrag notwendig

Anspruchsberechtigte - darunter rund 70 % Frauen - müssen die Grundrente nicht beantragen. Sie kommt automatisch, sobald Rentenversicherung und Finanzbehörden die Einkommensverhältnisse abgeglichen haben. Dieser Abgleich ist aber ein erheblicher Verwaltungsakt, so dass mit zum Teil erheblichen Verzögerungen bei der Auszahlung gerechnet werden muss. Das kann bis Ende 2022 dauern. Ausgezahlt wird aber auf jeden Fall rückwirkend.

Grundrente: Gestaffelter Zuschlag

Anspruch auf die Grundrente hat, wer mindestens 33 Jahre Beiträge eingezahlt haben. Der Zuschlag soll gestaffelt werden, bei 35 Beitragsjahren soll er die volle Höhe erreichen. Den erhalten aber nur diejenigen, deren monatliches Einkommen als Rentner bei maximal 1.250 EUR (Alleinstehende) und 1.950 EUR (Eheleute oder Lebenspartner) liegt. Einkommen über dieser Grenze sollen zu 60 % auf die Grundrente angerechnet werden.

Beispiel:

Bei 1.300 EUR Einkommen eines Alleinstehenden würden also 50 Euro zu 60 % angerechnet - die Grundrente fiele 30 EUR niedriger aus. Einkommen über 1.600 EUR bzw. 2.300 EUR soll zu vollen 100 % auf den Grundrentenzuschlag angerechnet werden: Hat ein Ehepaar z. B. 2.400 EUR Einkommen, vermindert sich die Grundrente um 100 EUR.

Grundrente: Im Schnitt 80 EUR mehr Rente

Die Grundrente wird im Schnitt die Menschen mit geringen Renten um 80 EUR besserstellen. Manche könnten sogar mit bis zu 400 EUR im Monat oder knapp 5.000 EUR im Jahr mehr rechnen.

Grundrente: Kosten für die Steuerzahler

Die Grundrente kostet den Steuerzahler schätzungsweise 1,3 bis 1,6 Mrd. EUR im Jahr. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) wollte das Geld über eine Finanztransaktionssteuer bereitstellen. Doch die ist nicht in Sicht. Nun kommt es aus dem Bundeshaushalt. In der Union wird dies kritisiert. Zudem wird Heil vorgeworfen, zugesagte 400 Mio. EUR aus seinem Haushalt seien ebenfalls nicht absehbar.

dpa
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