| GKV-Versorgungsstärkungsgesetz

GKV-VSG: Wird es für Kassenpatienten nun besser?

Entwurf zum GKV-Versorgungsstärkungsgesetz liegt vor
Bild: Michael Bamberger

Der Referentenentwurf des "Gesetzes zur Stärkung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung" liegt vor. Darin enthalten ist z. B. der gesetzliche Anspruch auf Einholung einer Zweitmeinung sowie die Verkürzung von Wartezeiten auf Facharzttermine durch Terminservicestellen.

„Der Referentenentwurf zum GKV-Versorgungsstärkungsgesetz enthält gute Ansätze, die Situation der Patienten auf dem Land zu verbessern, dem Überangebot in den Ballungsgebieten entgegenzuwirken und die medizinische Versorgung insgesamt zu optimieren“, erklärte Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen e. V.

Krankenhäuser in ambulante Versorgung einbeziehen

Die Einbeziehung der Krankenhäuser in die ambulante ärztliche Versorgung in strukturschwachen Gebieten hilft, die medizinische Versorgung da sicherzustellen, wo sich künftig nicht mehr genug Ärzte in freier Praxis finden. Umgekehrt ist die Umwandlung der bisherigen Kann-Regelung zum Praxisaufkauf in eine Soll-Vorgabe eine Chance, in überversorgten Regionen überflüssige Praxissitze abzubauen. Bislang kam es erst zum Aufkauf eines einzigen Praxissitzes. „Die bisherige Kann-Regelung hat nichts gebracht, eine Anpassung ist daher überfällig“, so Elsner.

Zweitmeinung gesetzlich verankert

Dass Patienten künftig einen gesetzlichen Anspruch darauf haben, bei planbaren Eingriffen, wie z. B. Knie-Operationen, eine Zweitmeinung einzuholen, ist ein positives Signal zur Förderung von Qualität und Patientensouveränität.

Wartezeiten auf 4 Wochen begrenzen

Auch die Pläne, die Wartezeiten beim Facharzt auf maximal 4 Wochen zu begrenzen, sind im Ansatz richtig und müssten, um wirklich greifen zu können, noch stringenter gefasst werden.

Bei der psychotherapeutischen Versorgung soll das Antrags- und Gutachterverfahren vereinfacht werden. Eine Sprechstunde soll den Patienten dabei helfen, ein für sie geeignetes Behandlungsangebot zu finden. Dies entspricht den Forderungen der Ersatzkassen.

Regressverzicht bei Behandlungsfehlern durch Hebammen

Kritisch sehen die Ersatzkassen den Regressverzicht bei Behandlungsfehlern durch freiberufliche Hebammen. „Diese Regelung birgt ein unkalkulierbares Risiko für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV), weil sie Begehrlichkeiten bei anderen Leistungserbringern wecken wird“, erläutert Elsner.

Zudem bemängeln die Ersatzkassen die Absicht, über eine sog. „Konvergenzregelung“ die Vergütung von Ärzten in einzelnen Bundesländern zu erhöhen, ohne dies mit einem Mehrwert für die Versicherten und Patienten zu verknüpfen. „Die Versorgung wird nicht verbessert, aber deutlich verteuert“, betont Elsner. Dies sei eines von mehreren finanziellen Risiken in dem hier anstehenden Gesetzesvorhaben.

Lesen Sie den Referentenentwurf eines "Gesetzes zur Stärkung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung".

Schlagworte zum Thema:  Gesetzliche Krankenversicherung, Hebamme, Krankenhausbehandlung

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