| GKV-VSG

Ein Blick in das Versorgungsstärkungsgesetz

Neu im Versorgungsstärkungsgesetz
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Mit dem Referentenentwurf zum GKV-Versorgungsstärkungsgesetz werden neben vielfältigen grundlegenden Versorgungsthemen auch weitergehende Ansprüche für Versicherte vorgesehen, welche für mehr Transparenz und Unterstützung sorgen sollen.

Das neue Gesetz soll die Versorgung der Versicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung stärken. Wir haben einige wesentliche Punkt des GKV-VSG kurz zusammengefasst.

Zweitmeinung

Versicherte sollen einen Anspruch auf eine ärztliche Zweitmeinung bei bestimmten planbaren Eingriffen erhalten. Hierdurch soll den Versicherten die Sicherheit gegeben werden, dass zukünftig nur noch solche Eingriffe tatsächlich durchgeführt werden, die auch medizinisch notwendig sind.

Gleichstellung aller Stammzellspender

Bisher umfassen die gesetzlichen Regelungen zu den Leistungsansprüchen bei einer Organ- oder Gewebespende nur Stammzellspender, welchen die Stammzellen direkt operativ aus dem Knochenmark entnommen wurden, weil diese unter das Transplantationsgesetz fallen. Da die meisten Spenden jedoch mittlerweile durch eine Separation von Blutstammzellen aus dem Blut erfolgen und dies unter das Transfusionsgesetz fällt, soll auch für diese Spenden nun gesetzlich klargestellt werden, dass hierfür dieselben Leistungsansprüche gelten.

Unterstützung bei Entlassung aus Krankenhaus

Mit der vorgesehenen Neuregelung soll detaillierter klargestellt werden, dass  die verschiedenen Versorgungsbereiche enger miteinander vernetzt werden müssen. Die Betreuung der Versicherten auch nach einem Krankenhausaufenthalt soll damit nahtlos besser sichergestellt werden. Hierzu wird ein „Entlassmanagement“ gesetzlich ausgestaltet, welches grundsätzlich durch die Krankenhäuser sicherzustellen ist. 

Rehabilitationseinrichtungen

Für die Versicherten sollen die Möglichkeiten bei der Wahl der Rehabilitationseinrichtung erweitert werden. Im Referentenentwurf ist vorgesehen, dass gegen Tragung der Mehrkosten eine andere zertifizierten Einrichtungen als die von der Krankenkasse ausgewählte ausgesucht werden kann. Bisher war lediglich die Wahl einer nicht am Versorgungsvertrag teilnehmenden Rehabilitationseinrichtung möglich, was oft zu erheblichen Mehrkosten führte. 

Anspruch auf Unterstützung bei Krankengeldbezug

Um eine möglichst schnelle Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit sicherzustellen und die vielfältigen Unsicherheiten in der Versorgung möglichst  zu beseitigen, soll ein neuer gesetzlicher Anspruch auf individuelle Beratung und Hilfestellung durch die Krankenkasse vorgesehen werden. Wünscht der Versicherte die weitergehende Unterstützung seiner Krankenkasse, so kann er diese im Sinne eines unterstützenden Fallmanagements zur Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit in Anspruch nehmen.

Terminservicestellen

Zur Sicherstellung der fachärztlichen Versorgung sollen die Kassenärztlichen Vereinigungen innerhalb von 6 Monaten Terminservicestellen für die Versicherten einrichten. Aufgabe der Terminservicestellen ist, den Versicherten innerhalb von einer Woche einen Termin bei einem Facharzt zu vermitteln. Hierbei

  • darf der Termin nicht länger als 4 Wochen in der Zukunft liegen und
  • muss eine zumutbare Entfernung zwischen dem Wohnort des Versicherten und dem vermittelten Facharzt sichergestellt sein.

Kann die Terminservicestelle fristgerecht keinen entsprechenden Termin vermitteln, hat sie einen ambulanten Behandlungstermin in einem zugelassenen Krankenhaus zu vermitteln.

Im Referentenentwurf sind sinnvolle Ansätze vorgesehen, die Versicherten zu unterstützen. Bleibt abzuwarten, welche Ansätze tatsächlich im Gesetzgebungsverfahren Niederschlag finden werden.

Schlagworte zum Thema:  Krankenhaus, Rehabilitation, Krankengeld

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