20.02.2014 | Gesetzliche Krankenkasse

Kasse muss teure Prothese mit echten Vorteilen bezahlen

GKV muss für teure Prothese mit echten Vorteilen zahlen
Bild: Haufe Online Redaktion

Wird durch eine teure Prothese der Alltag eines Menschen deutlich erleichtert, muss die Krankenkasse die Kosten dafür übernehmen. So ein aktuelles Sozialgerichtsurteil.

Patienten müssen sich nicht automatisch mit einer preiswerten Prothese zufriedengeben. Bietet eine teurere Prothese echte Vorteile und nicht nur mehr Komfort, muss die Krankenkasse die Kosten übernehmen. Das entschied das Sozialgericht Heilbronn (S 15 KR 4576/11).

Krankenkasse lehnte teure Prothese ab

Der Fall: Einer jungen Frau fehlten von Geburt an die linke Hand und der linke Unterarm. Bei ihrer Krankenkasse beantragte sie die Übernahme der Kosten für eine spezielle Unterarmprothese zu einem Gesamtpreis von gut 45.000 EUR. Es handelt sich dabei um eine elektrisch angetriebene Prothese, die mit der natürlichen Muskelspannung der Haut gesteuert wird. Die Krankenkasse lehnte den Antrag ab: Die Frau könne auch mit einer rund 29.000 EUR günstigeren Prothese, bei der nur 3 Finger bewegt werden können, versorgt werden. Gegen die Entscheidung klagte die Frau.

Spezielle Prothese bei wesentlichen Vorteilen berechtigt

Das Urteil: Das Sozialgericht verurteilte die Krankenkasse, die Kosten für die spezielle Unterarmprothese zu übernehmen. Sie sei erforderlich, um die Behinderung auszugleichen. Es bestünden wesentliche Gebrauchsvorteile gegenüber der preiswerteren Unterarmprothese. Denn bei dem teuren Modell könnten alle 5 Finger bewegt werden. Hierdurch werde das Alltagsleben der Frau deutlich erleichtert und ihre rechte Hand entlastet.

Schlagworte zum Thema:  Prothese, Hilfsmittel, Behinderung, Krankenkasse

Aktuell

Meistgelesen