15.05.2013 | Gesundheitsreport

Arbeitnehmer im Süden sind weniger krank

In Süddeutschland sind Arbeitnehmer gesünder, als im Nordosten.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Im Jahr 2012 sind Arbeitnehmer in Deutschland etwas häufiger krankgemeldet gewesen als im Vorjahr. Die Unterschiede in den Ländern sind groß: Im Süden scheinen die Arbeitnehmer gesünder zu sein, als im Nordosten. Die Experten tappen bei der Suche nach den Gründen im Dunkeln.

Unter den Ländern gilt Mecklenburg-Vorpommern mit 17,5 gemeldeten Krankheitsfehltagen als Spitzenreiter. Auch für Brandenburg und Sachsen-Anhalt finden sich mit 17,3 beziehungsweise 16,8 Krankheitstagen verhältnismäßig hohe Fehlzeiten. Wenige Tage sind es in Bayern (12,2), Hessen (14,0) und Bremen (14,2).

Der neue Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) greift die die wichtigsten Fragen und Antworten auf:

Gibt es hier von Jahr zu Jahr große Schwankungen?

Nein, die Rangfolge der Länder ist bis auf einige Ausnahmen recht konstant. Nur Berlin ist auf eine deutlich andere Position gerückt: Vor 13 Jahren hatte das Bundesland noch die höchsten Fehlzeiten, zuletzt lag es auf einem mittleren Rang.

Welche Gründe gibt es für die Unterschiede?

«Befriedigende und empirisch belegte Erklärungen zu Ursachen für einzelne bundeslandspezifische Ergebniskonstellationen existieren in der Regel nicht», heißt es in dem TK-Report. So könnte man zum Beispiel meinen, Arbeitnehmer im produzierenden Gewerbe seien häufiger krank als in Büros. Doch gerade Baden-Württemberg mit seinen geringen Fehlzeiten hat viele Produktionsstätten.

Was sind die häufigsten Erkrankungen?

Krankheiten des Atmungssystems spielen die größte Rolle. Krebs und andere Neubildungen, Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes, Hauterkrankungen, aber auch Krankheiten des Kreislaufsystems wie Bluthochdruck, Schlaganfall und Herzinfarkt spielen eine untergeordnete Rolle.

Welche Erkrankungen verursachen die längsten Fehlzeiten?

Lang dauerten Arbeitsunfähigkeiten wegen Krebs und anderer Neubildungen mit durchschnittlich 28 Tagen bei Männern und 39 Tagen bei Frauen. Sonst schlagen sich nur psychische Störungen in längeren Fehlzeiten nieder, die bei Männern bei 45 Tagen, bei Frauen bei 42 Tage liegen. Atemwegserkrankungen machten nur rund 6 Tage aus.

Was hilft gegen Stress als eine Hauptursache für Leiden?

Nicht nur psychische Störungen werden durch Stress verursacht, Stresshormone können auch Gefäße verengen. Wenn die Woche beginnt, sollte man laut Experten nicht gleich loshetzen. Pausen sind wichtig. Gelegentlich ein Schwätzchen mit Kollegen kann helfen, oder auch Sport nach der Arbeit. Eine strukturelle Ursache für Stress kann es sein, wenn Arbeitnehmer wenig Anerkennung von Vorgesetzten oder Geld bekommen - sich aber trotzdem in oft wachsendem Maß verausgaben.

Schlagworte zum Thema:  Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Psychische Erkrankung, Stress

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