11.01.2012 | Leistungen Sozialversicherung

Gesundheitskarte: Verwirrung um die Fotos

Es kursieren viele Fragen zur elektronischen Gesundheitskarte - dass ein Versicherter jedoch eine neue Gesundheitskarte mit Foto erhalten habe, obwohl er gar kein Bild abgegeben hatte, war aber eine Zeitungsente…

Die neue elektronische Gesundheitskarte (eGK) unterscheidet sich von ihrer Vorgängerin nicht nur durch den Mikroprozessorchip. Ein Foto soll die Versicherten schnell und zuverlässig als Karteninhaber ausweisen und einem eventuellen Missbrauch durch unberechtigte Dritte Vorbeugen.

Eine Pressemeldung zum Jahreswechsel schien einen neuen Skandal heraufzubeschwören: Ein Versicherter wunderte sich über die neue eGK mit seinem Foto, denn er hatte gar kein Foto abgegeben! Wilde Theorien über heimliche Datenzugriffe bei den Meldebehörden wurden ausgegraben ....

Naheliegende Lösung des Rätsels

Dabei war des Rätsels Lösung ganz einfach: Ein Familienangehöriger hatte das Foto ohne Wissen des Versicherten für ihn abgegeben. Leider ist die Auflösung zur „mysteriösen Fotostory“ dann kaum noch abgedruckt worden – sie ist ja auch kein Skandal mehr.

Durch solche voreiligen und schlecht recherchierten Meldungen entsteht allerdings schnell ein falsches Bild. Was also hat es mit den Fotos auf der Gesundheitskarte auf sich?

Rollout erfolgt Zug um Zug

Verwirrung entsteht bei vielen Versicherten, weil einige bereits ein Anschreiben zur Abgabe eines Fotos erhalten haben, andere jedoch nicht. Das liegt schlicht und einfach daran, dass die Krankenkassen die neue Gesundheitskarte nach und nach einführen,  manchmal in der Reihenfolge nach Regionen, manchmal nach Geburtsdaten. Es besteht also keinerlei Grund zur Sorge - sukzessive kommen alle dran. Das bundesweite Rollout wird mindestens noch 2 Jahre in Anspruch nehmen. Bei vielen Kassen ist die Abgabe eines Fotos schon im Voraus möglich.

Wer trägt die Kosten der Gesundheitskarte?

Bei den Kosten für die neue Gesundheitskarte werden alle Verwaltungs- und Bearbeitungsgebühren von den Krankenkassen übernommen. Einzig die Kosten für das Foto müssen die Versicherten selbst tragen. Viele Kassen bieten an, sich kostenfrei in der Geschäftsstellen ablichten zu lassen oder ein vorhandenes Foto kostenfrei per Internet hochzuladen. Manche Arbeitgeber stellen Ihren Arbeitnehmern über die Personalabteilung aktuell vorliegende Fotos, z. B. aus Bewerbung oder Firmenausweis, zur Verfügung.

Auf welche Weise das Foto abgegeben werden muss, ist völlig gleich. Letztlich entscheidet die Krankenkasse, welche Wege sie ihren Mitgliedern anbietet. Es ist also durchaus möglich, dass die Krankenkassen unterschiedlich agieren.

Fotos werden aufbewahrt

Die Original-Fotos werden von den Kassen in der Regel aus verwaltungstechnischen Gründen nicht zurückgegeben. Die Bilder werden in den meisten Kassen elektronisch archiviert und nur auf ausdrücklichen Wunsch gelöscht. So ist schneller Ersatz bei Verlust der eGK möglich.

Anforderungen an das Lichtbild

Das Lichtbild sollte den Karteninhaber zweifelsfrei erkennen lassen. Die Gesichtshöhe soll 70 bis 80 % des Fotos bei neutralem Gesichtsausdruck einnehmen, Kopfbedeckungen sind grundsätzlich nicht erlaubt und der Hintergrund soll keine störenden Konturen enthalten. Grundsätzlich orientieren sich die Anforderungen an denen zum Passbild. In der Regel sind die meisten Fotoautomaten und Fotostudios auf die Vorgaben der Krankenkassen an das Lichtbild vorbereitet.

Versicherung auch ohne Foto?

Grundsätzlich besteht vom Versicherten eine Mitwirkungspflicht. Er muss ein Foto für die Karte abgeben. Einzig Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren sowie Versicherte, denen die Erstellung des Fotos nicht möglich ist (z. B. weil sie pflegebedürftig und nicht mobil sind) bekommen eine eGK ohne Foto.

Bei allen anderen Personen besteht natürlich auch ohne Foto auf der Karte der Versicherungsschutz. Es können sich aber Schwierigkeiten bei Identifizierung und der Abrechnung nach einem Arztbesuch ergeben.

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