21.11.2012 | Gesundheitskarte

Onlinestart der eGK im Testverfahren schon im Frühsommer 2013

Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Der Anforderungskatalog für die Online-Tests steht. Bei bei der elektronischen Gesundheitskarte geht es nun zügig voran.

Der Roll-Out der neuen elektronischen Gesundheitskarte (eGK) läuft zügig - mehr als 70 % der Kassenversicherten haben nach Bekundungen der Krankenkassen schon jetzt, aber spätestens bis zum Jahresende, den neuen Versichertenausweis in den Händen. Es scheint so, als komme die neverending Story in der deutschen Telematik nun doch noch zu einem guten Abschluss. Indiz dafür sind auch die Fortschritte in der Gestaltung der neuen Funktionen, mit denen die Karte in der Zukunft ausgestattet sein soll.

Onlinetests starten 2013

Die Tests für die Online-Anwendungen der eGK sollen wie geplant im kommenden Jahr starten. Die Betreibergesellschaft gematik hat inzwischen die Leistungsbeschreibung und den Anforderungskatalog für die Tests verbschiedet. Die inzwischen durchgeführte europaweite Ausschreibung hat eine große Resonanz in der Industrie ausgelöst. Basierend auf den Angeboten wird nun zeitnah mit den Verhandlungen zur praktischen Realisierung begonnen. Im 2. Quartal 2013 soll der Zuschlag für die Erprobung der Aktualisierung der Versichertenstammdaten und die qualifizierte elektronische Signatur (QES) erteilt werden.

Zwei Testregionen gehen an den Start

Nach der Entwicklung von Lösungen durch die Industrie wird die Erprobung in 2 Testregionen beginnen. Im Fokus der Tests stehen Praxistauglichkeit, Datenschutz, Interoperabilität, Kompatibilität, Stabilität und Sicherheit der Telematikinfrastruktur. Anschließend erfolgt der bundesweite Online-Rollout. Das wird aber auf keinen Fall mehr vor der Bundestagswahl der Fall sein. Wann die Online- Funktionalität in den Echtbetrieb übergeht, hängt wesentlich von den Testergebnissen ab.

Projekt im Bundesland NRW geht eigene Wege

Parallel zu diesen Fortschritten macht in Nordrhein-Westfalen ein Pilotprojekt „eFallakte“ von sich reden. Gefördert wird das ehrgeizige Vorhaben vom Land mit 25 Mio. EUR. In Düren und Bochum nehmen derzeit zahlreiche Ärzte am Pilotversuch zum elektronischen Arztbrief teil. Ein Arztbrief wird bei diesem Verfahren als PDF-File vom Absender in einem virtuellen Postfach gespeichert. Vor dem Versand wird der Brief mit dem elektronischen Heilberufeausweis und der PIN signiert. Der Brief wird dann verschlüsselt auf einen Server der Kassenärztlichen Vereinigung übertragen, von dem ihn der andere Arzt als Empfänger abholt. Wenn sich die Erprobung bewährt, soll der eArztbrief in NRW unabhängig vom Stand der bundesweiten Telematik-Infrastruktur ausgerollt werden.

Schlagworte zum Thema:  Elektronische Gesundheitskarte, Krankenkasse

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