14.12.2011 | Leistungen Sozialversicherung

Gesundheitskarte: Die Ampel steht auf Grün

Die elektronische Gesundheitskarte sieht einer positiven Zukunft entgegen. Nicht nur die Online-Anbindung kommt schneller als erwartet. Auch die elektronische Signatur ist beschlossene Sache.

Vergessen sind die jahrelangen Verzögerungen - die Onlinefähigkeit der neuen Gesundheitskarte ist beschlossen (s. unserer News v. 7.12.2011). Selbst die Bundeskanzlerin attestiert „erfreuliche Fortschritte. Die Möglichkeiten der Telemedizin werden die Regierung in den nächsten Jahren ganz besonders beschäftigen“, sagte Angela Merkel auf dem 6. IT-Gipfel in München, einer Veranstaltung des Bundeswirtschaftsministeriums.

 

Beschlossene Sache: Die eGK geht online 

Die gematik, Betreibergesellschaft der Leistungserbringer und Kostenträger des deutschen Gesundheitswesens, hat Anfang Dezember den Weg frei gemacht für die zügige Umsetzung einer Online-Anbindung. Nachdem die technische Seite des Basis-Rollouts nun abgeschlossen ist und auch der Ausstattungsgrad mit der nötigen Technik bei den Leistungserbringern einen guten Stand erreicht hat, können die nächsten Schritte folgen. Insbesondere die Krankenkassen haben darauf gedrängt, dass die bisherigen Investitionen schnell zu einem echten Mehrwert im Vergleich zur aktuell noch genutzten alten Krankenversichertenkarte führen.  

Zuerst das Stammdatenmanagement… 

Die Onlinefunktion der neuen Karte wird zunächst für das von den Krankenkassen dringend geforderte Stammdatenmanagement der Versicherten genutzt. Wird die Karte erstmals im Quartal bei einem Arztbesuch verwendet, wird online die Gültigkeit überprüft. Bei geänderter Anschrift wird die neue Adresse direkt auf der Karte aktualisiert. Neue Karten müssen dann nur noch bei Namensänderungen oder Kassenwechsel ausgestellt werden. 

…dann die Signatur für Ärzte 

Der Beschluss zum Stammdatenmanagement kam zustande, nachdem die Ärzteschaft ihre Blockade gegen den Online-Datenabgleich aufgegeben hatte. Dies war gelungen, weil gleichzeitig auch ein Zugeständnis an die Ärzte erfolgte: Bereits 10 Monate nach dem Versichertendatenmanagement will man die elektronische qualifizierte Signatur für Ärzte einführen. Damit können Arztbriefe signiert und verschlüsselt werden.

Weitere Anwendungsmöglichkeiten werden stufenweise eingeführt

Zu hoffen ist, dass diese Anwendungen tatsächlich Kassen und Leistungserbringern Vorteile bringen. Denn erst wenn diese auch im Alltag erlebbar sind, wird die Bereitschaft zur Einführung von eArztbriefen, eRezepten oder ePatientenakten steigen. So könnte die abgestufte Herangehensweise am Ende der Gesundheitskarte zu einem späten Erfolg verhelfen.

Risiko: Die Finanzierung ist noch nicht abschließend geklärt 

Die gematik plant, bis zum Frühjahr neue Ausschreibungen für die Online-Technik zu veröffentlichen. Spätestens Anfang 2013 sollen dann bereits die Testphasen beginnen. Aus den Erfahrungen mit anderen IT-Großprojekten weiß man allerdings, dass der Teufel im Detail steckt. So rechnet die Industrie mit einer flächendeckenden Onlineanbindung aller bis dahin ausgegebener eGKn erst in 2015.

Aber auch aus einer anderen Ecke droht noch Ungemach: Die vorliegenden gematik-Beschlüsse lassen die wichtige Frage der Finanzierung, z. B. für die notwendigen Online-Konnektoren, offen. Denn Finanzierungsfragen sind nicht Aufgabe der gematik. Da besteht zwischen Krankenkassen und Leistungserbringern also noch einiger Klärungsbedarf…

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