Der tägliche Weg zur Arbeit kann sich negativ auf die Gesundheit auswirken. Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Weites Pendeln kostet nicht nur Zeit, sondern kann auch psychisch krank machen. Je weiter der Arbeitsort entfernt ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit depressiver Verstimmungen, Ängste und Sorgen, den Alltag nicht mehr zu meistern.

Zu diesem Ergebnis kommt eine am 27.3.2018 veröffentlichte Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO), bei der Daten von mehr als 13 Millionen AOK-Versicherten zugrundegelegt wurden.

Zusammenhang von Entfernung und Fehltage

Arbeitnehmer, die mehr als 500 Kilometer zum Arbeitsplatz pendeln, haben demnach 15 Prozent mehr Fehltage wegen psychischer Erkrankungen als Menschen, die weniger als zehn Kilometer Wegstrecke zurücklegen müssen.

Auch 50 Kilometer sind schon ein Risiko

Aber auch schon mindestens 50 Kilometer sind demnach ein Risiko. Versicherte, die so weit und mehr fahren müssen, fehlten 2017 im Schnitt an 3,2 Tagen wegen einer psychischen Erkrankung bei der Arbeit. Bei mehr als 500 Kilometern Wegstrecke waren es 3,4 Tage, bei zehn Kilometern hingegen 2,9 Tage und damit ein halber Tag weniger.

Helmut Schröder (Stellvertretender Geschäftsführer des WIdO): Die Arbeitsstelle in einer anderen Stadt eröffnet neue Lern- und Entwicklungschancen, ist aber eben auch mit Risiken verbunden.

Anstieg der Fehltage aufgrund psychischer Probleme

Insgesamt fehlten die Mitglieder 2017 im Schnitt an rund 19 Tagen wegen Krankheit. Psychische Probleme liegen als Ursache zwar an fünfter Stelle, die Ausfallzeiten sind aber mit 26 Fehltagen pro Fall am höchsten. Insgesamt ist die Zahl der Fehltage aufgrund psychischer Probleme in den vergangenen zehn Jahren um rund 68 Prozent gestiegen - der höchste Anstieg unter allen Krankheitsarten.

Schlagworte zum Thema:  Psychische Erkrankung, Pendeln

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