18.07.2014 | Hilfsmittel

G-BA bestimmt Fälle für ärztliche Verordnung bei Hörhilfen

Klarstellung bei Verordnung von Hörgeräten
Bild: Haufe Online Redaktion

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 17.7.2014 mit einem Beschluss präzisiert, wann eine fachärztliche Verordnung von Hörhilfen für die Kostenübernahme zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung erforderlich ist. Die Hilfsmittel-Richtlinie wird entsprechend angepasst.

Bei der Verordnung von Hörhilfen gilt der sog. Arztvorbehalt immer für die erstmalige Indikationsstellung, da die Ursache des Hörverlustes vor der Erstversorgung abzuklären ist. Für jede weitere Abgabe von Hörhilfen hat der G-BA zudem diejenigen Fallkonstellationen festgelegt, in denen als Folgeverordnung eine erneute fachärztliche Diagnose oder Therapieentscheidung medizinisch geboten ist.

Für Patienten hilfreich

„Es ist im Sinne der Patientinnen und Patienten, in bestimmten Fallkonstellationen auch bei einer Folgeversorgung mit Hörhilfen die fachärztliche Expertise verpflichtend vorzusehen. Medizinisch geboten ist dies aus Sicht des G-BA beispielsweise auch bei der Hörgeräteversorgung von Kindern und Jugendlichen bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres oder bei neu aufgetretenem Tinnitus“, sagte Josef Hecken, unparteiischer Vorsitzender des G-BA und Vorsitzender des zuständigen Unterausschusses.

Folgverordnung auch durch Hörgeräteakustiker möglich

In allen nicht ausdrücklich genannten Fallkonstellationen hält der G-BA eine ärztliche Verordnung von Hörhilfen medizinisch nicht zwingend für geboten. Die Folgeverordnung kann dann auch – sofern der Patient das wünscht – ausschließlich von Hörgeräteakustikern vorgenommen werden. Somit haben Patienten die Möglichkeit, in allen Fällen zur Folgeverordnung einen Arzt aufzusuchen.

Neufassung der Hilfsmittel-Richtlinie

Mit den Änderungen setzte der G-BA die vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) im Rahmen der Rechtsaufsicht erteilten Maßgaben zur Neufassung der Hilfsmittel-Richtlinie um. Neben den Präzisierungen zum Arztvorbehalt nahm der G-BA zudem Anpassungen der Versorgung bei einohriger Schwerhörigkeit sowie der Erfolgskontrolle der Hörgeräteversorgung vor.

Der Beschluss des G-BA wird dem BMG zur Prüfung vorgelegt und tritt nach erfolgter Nichtbeanstandung und Bekanntmachung im Bundesanzeiger in Kraft.

Schlagworte zum Thema:  Hilfsmittel, Hörgerät

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