| Hausarztzentrierte Versorgung

Studie: Finanzielle Entlastung durch Hausarztzentrierte Versorgung

Kostenersparnis durch Hausarztzentrierte Versorgung
Bild: Corbis

Das Modell der Hausarztzentrierten Versorgung gibt es in Baden-Württemberg seit fast acht Jahren. Und dies mit Erfolg: Laut einer Studie konnten bei Herzpatienten pro Jahr 3.900 Krankenhauseinweisungen vermieden werden.

Eine Patientensteuerung durch Hausärzte kann nach Darstellung der AOK-Baden-Württemberg unnötige Facharzt- und Krankenhausbesuche vermeiden. Zugleich könnten so mehr schwerwiegende Komplikationen bei Patienten verhindert werden, erklärte die Krankenkasse am 15. Juni 2016 in Berlin. Sie berief sich bei ihren Erkenntnissen auf Studien der Universitäten Frankfurt und Heidelberg.

Kostenersparnis durch Hausarztzentrierte Versorgung

Im Rahmen des Modells der Hausarztzentrierten Versorgung (HZV), das seit 2008 in Baden-Württemberg mit rund 4.000 Haus- und Kinderärzten und mehr als 1.500 Fachärzten läuft, konnten der Studie zufolge bei Herzpatienten pro Jahr 3.900 Krankenhauseinweisungen vermieden werden. Diabetikern blieben demnach durch die intensive Hausarztbetreuung in drei Jahren 1.700 schwerwiegende Komplikationen wie Amputationen, Erblindungen oder Schlaganfälle erspart.

Rolle des Hausarztes gestärkt

«Hausarztverträge verbessern die medizinische Versorgung, stärken die Rolle des Hausarztes als Gesundheitslotse und tragen zu einer spürbaren finanziellen Entlastung bei, indem Über-, Fehl- und Unterversorgung systematisch abgebaut werden», fassten die beiden Leiter Ferdinand Gerlach (Frankfurt/Main), und Joachim Szecsenyi (Heidelberg) die Ergebnisse der Studie zusammen.

Auch KBV sieht Nutzen in Hausarztzentrierter Versorgung

Auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) sieht die Notwendigkeit einer besseren Patientensteuerung. Nach ihrer Vorstellung könnte das der Hausarzt, aber auch ein anderer Facharzt sein, den der Patient etwa wegen einer chronischen Krankheit regelmäßig besuche. Vorstellbar wäre also, dass ein Rheumatologe seinen Patienten bei anderen Beschwerden untersucht und dann zu einem weiteren Facharzt schickt - vom Herzspezialisten bis zum Orthopäden.

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