11.09.2013 | Gesunde Arbeitswelt

Erklärung zur psychischen Gesundheit in der Arbeitswelt

BMAS, BDA und DGB haben ein Ziel: eine gesunde Arbeitswelt
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Stress und Termindruck, häufig auch die Arbeitsmenge, nehmen kontinuierlich zu. Wie geht man mit der steigenden psychischen Belastung bei der Arbeit um? BMAS, BDA und DGB haben sich auf eine "Gemeinsamen Erklärung zur psychischen Gesundheit in der Arbeitswelt" verständigt.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und der Deutsche Gewerkschaftsbund (dgb) haben sich erstmals auf ein gemeinsames Grundverständnis zum Umgang mit psychischer Belastung in der Arbeitswelt geeinigt. In der am 5.9.2013 vorgestellten "Gemeinsamen Erklärung zur psychischen Gesundheit in der Arbeitswelt" wurden die wichtigsten Punkte zusammenfasst.

Gesunde Arbeitswelt schaffen

Psychische Erkrankungen durch arbeitsbedingte Belastungen sollen vermieden werden. Wichtige Ansatzpunkte dazu sind

Durch mehr Handlungssicherheit für Unternehmen und Verwaltungen können wachsenden Fehlzeiten und Frühverrentungen aufgrund psychischer Störungen entgegengewirkt und die erfolgreiche Wiedereingliederung erkrankter Beschäftigter unterstützt werden.

Psychische Erkrankungen - mehr als ein Problem des Einzelnen

Auch aus unternehmerischer sowie volkswirtschaftlicher Sicht haben psychische Erkrankungen erhebliche Konsequenzen. Psychische Erkrankungen

  • mindern das Leistungsvermögen der betroffenen Beschäftigten,
  • verursachen inzwischen etwa 13 % der Arbeitsunfähigkeitstage und
  • stellen mittlerweile die häufigste Frühverrentungsursache dar.

Daneben beträgt der volkswirtschaftliche Schaden nach Schätzung des Statistischen Bundesamts knapp 29 Mrd. EUR aufgrund der Krankheitskosten psychischer Erkrankungen.

Gemeinsames Ziel: Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz

Das BMAS verpflichtet sich, die Gesundheit bei arbeitsbedingter psychischer Belastung zu schützen und zu stärken. Dies soll eine Schwerpunktaufgabe des Arbeits- und Gesundheitsschutzes werden. Daneben will das BMAS konkrete Handlungshilfen für Unternehmen entwickeln sowie die Forschung ausbauen.

Der Arbeits- und Gesundheitsschutz soll gefördert werden. BDA und DGB setzen sich dafür ein, dass flächendeckend physische und psychische Belastungen in die betriebliche Gefährdungsbeurteilungen einfließen.

Angestrebt wird eine bessere Zusammenarbeit der Sozialversicherungsträger untereinander sowie mit den Unternehmen. Die Versorgung psychisch kranker Menschen soll sich durch ein konzertiertes Versorgungsmanagement von Krankenkassen und Rentenversicherung verbessern.

Inhalte der "Gemeinsamen Erklärung zur psychischen Gesundheit in der Arbeitswelt"

Die Erklärung beschreibt in 10 Punkten das gemeinsame Grundverständnis in Bezug auf

  • die gewachsene Bedeutung der psychischen Gesundheit in der Arbeitswelt;
  • konkrete Arbeitsmerkmale, welche die psychische Gesundheit der Beschäftigten positiv wie negativ beeinflussen können;
  • die Prinzipien und Methoden einer erfolgreichen Arbeitsgestaltung und Prävention, um psychische Belastung zu vermeiden;
  • eine erfolgreiche Wiedereingliederung erkrankter Beschäftigter ins Berufsleben.

Tipp: Weitergehende Informationen können Sie in der "Gemeinsamen Erklärung zur psychischen Gesundheit in der Arbeitswelt" nachlesen.

Das BMAS, BDA und DGB gehen – unabhängig von unterschiedlichen Positionen in Einzelfragen - davon aus, dass die vorliegende Erklärung einen wichtigen Beitrag zu einem besseren Schutz der psychischen Gesundheit in der Arbeitswelt leistet.

Schlagworte zum Thema:  Betriebliche Gesundheitsförderung, Arbeitsschutz, Psychische Belastung, Arbeitswelt

Aktuell

Meistgelesen