Elterngeldreform 2019

In den vergangenen Jahren haben sich die Vorstellungen über die Rolle von Müttern und Vätern deutlich verändert. Das zeigt eine Allensbach-Erhebung, die am 9.9.2019 vorgestellt wurde. Ein Grund dafür könnte das 2007 eingeführte Elterngeld sein. Bundesfamilienministerin Giffey kündigte daher noch für 2019 eine Reform des Elterngeldes an.

Familienmodelle: Die Umfrageergebnisse  

Das Familienmodell Vater arbeitet voll, Mutter geht in Teilzeit und kümmert sich um Haushalt und Kinder wird immer unpopulärer. Der Allensbach-Umfrage zufolge befürworten heute nur noch 28 Prozent der befragten Eltern, dass Mütter sich hauptsächlich um die Kinder kümmern, während Väter Vollzeit arbeiten gehen. Vor zwölf Jahren waren es noch 43 Prozent. Gleichzeitig ist die Zustimmung zum Familienmodell, in dem beide Elternteile voll arbeiten und sich Kinderbetreuung und Haushalt teilen, von 15 auf 24 Prozent gestiegen. Eine deutliche Mehrheit der Befragten ist der Ansicht, dass sich Väter heute mehr an der Erziehung und Betreuung ihrer Kinder als noch vor 10 oder 15 Jahren beteiligen - und 70 Prozent finden das gut oder sehr gut.

Die Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach, Renate Köcher, sagte bei der Vorstellung der Zahlen, im Bereich Frauenrollen und Männerrollen habe es in den vergangenen Jahren so starke Veränderungen gegeben wie in wenigen anderen Bereichen.

Elterngeld als Grund für veränderte Einstellung

Ein Grund für die sich verändernden Einstellungen dürfte das Elterngeld sein, das 2007 eingeführt wurde und an Väter oder Mütter, die wegen der Kinder zu Hause bleiben, gleichermaßen gezahlt wird. 85 Prozent der Bevölkerung hält die staatliche Leistung der Umfrage zufolge für eine «gute Regelung».

Elterngeld und Elternzeit für Väter

Seit 2015 hat sich die Zahl derjenigen, die einen Vater kennen, der in Elternzeit war, von 48 auf 69 Prozent erhöht. Trotzdem sind es aber immer noch in großer Überzahl die Frauen, die für den Nachwuchs zuhause bleiben, zeigen Daten des Statistischen Bundesamts.

Elterngeldreform 2019: Elterngeld weiter ausbauen

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey kündigte an, noch in diesem Jahr das Elterngeld weiter auszubauen. Es solle noch mehr auf Partnerschaftlichkeit zwischen Müttern und Vätern ausgerichtet werden.

Reform des Elterngeld: Frühgeburt

Zudem solle die Reform auch Eltern von zu füh geborenen Kindern unterstützen. Es gebe da eine Zunahme, sagte Giffey. Wenn ein Kind ein oder zwei Monate zu früh komme, dann sei die Entwicklung nach der Elternzeit nicht die gleiche, wie wenn das Kind zum errechneten Termin komme.

Elterngeldreform: Inhalte und Zeitplan 

Zu weiteren konkreten Inhalten und zum genauen Zeitpunkt der Reform sagte Giffey nichts. Man sei in intensiven Gesprächen innerhalb der Koalition und sei dabei sehr weit.

Elterngeld: Anspruch

Elterngeld bekommen Mütter und Väter, wenn sie nach der Geburt des Kindes erst einmal gar nicht oder nur noch wenig arbeiten wollen. Der Staat unterstützt das mit mindestens 300 Euro und maximal 1.800 Euro im Monat - abhängig vom Netto-Verdienst, das der zu Hause bleibende Elternteil vor der Geburt des Kindes hatte. Hier lesen Sie mehr zum Thema Elterngeld und Elternzeit.