Frischgebackene Eltern stehen vor der Herausforderung Familie und Berufsleben miteinander zu vereinbaren. Elterngeld und Elternzeit geben ihnen hierfür erste Starthilfe. Was ist bei der Inanspruchnahme dieser Leistungen zu beachten?

Anspruch auf Elterngeld haben leibliche Eltern und Adoptiveltern - in Ausnahmefällen auch andere Personen-, die

  • ihre Kinder nach der Geburt selbst betreuen und erziehen,
  • nicht mehr als 30 Stunden in der Woche erwerbstätig sind,
  • mit ihren Kindern in einem Haushalt leben und
  • einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben.

Das Elterngeld ist lohnsteuerfrei, unterliegt allerdings dem Progressionsvorbehalt.

Basiselterngeld: Bezugsdauer

Teilen sich Eltern die Betreuung, kann das Basiselterngeld bis zum 14. Lebensmonat des Kindes bezogen werden. Dabei muss ein Elternteil die Leistung für mindestens zwei Monate in Anspruch nehmen. Das Basiselterngeld wird pro Elternteil höchstens für 12 Monate (bei Alleinerziehenden höchstens für 14 Monate) geleistet.

Höhe des Elterngelds vom Nettoeinkommen abhängig

In der Regel beträgt das Elterngeld 65 % des Nettoeinkommens des betreuenden Elternteils vor der Geburt des Kindes. Liegt das Voreinkommen zwischen 1.000 und 1.240 Euro pro Monat steigt das Elterngeld schrittweise auf 66 bzw. 67 %. Bei einem monatlichen Nettoeinkommen unter 1.000 Euro erhöht sich das Elterngeld mit sinkenden Einkommen auf bis zu 100 %. Hat der betreuende Elternteil vor der Geburt des Kindes kein Einkommen erzielt, wird das Basiselterngeld in Höhe des monatlichen Mindestbetrages von 300 Euro geleistet. Der Höchstbetrag beläuft sich auf 1.800 Euro pro Monat.

Eltern, die mehrere kleine Kinder betreuen, erhalten zusätzlich zum Basiselterngeld einen Geschwisterbonus bzw. einen Mehrlingszuschlag.

ElterngeldPlus bei Teilzeitarbeit

Eltern, deren Kind ab dem 1. Juli 2015 geboren ist, haben Anspruch auf ElterngeldPlus. ElterngeldPlus wird über den 14. Lebensmonat des Kindes hinaus geleistet und  kommt in Betracht, wenn Eltern während des Elterngeldbezuges in Teilzeit arbeiten möchten.

Ein Monat mit Basiselterngeld entspricht zwei Monaten ElterngeldPlus. Das ElterngeldPlus kann somit doppelt solange bezogen werden wie das Basiselterngeld. Der Zahlbetrag beträgt höchstens 50 % des Basiselterngeldes.

Eine Kombination von Basiselterngeld und ElterngeldPlus nach den Wünschen der Eltern ist möglich.

Beantragung des Elterngeldes

Elterngeld ist schriftlich bei der zuständigen Elterngeldstelle zu beantragen. Es empfiehlt sich den Antrag innerhalb der ersten drei Lebensmonate des Kindes zu stellen, da Zahlungen rückwirkend nur für die letzten drei Kalendermonate vor Antragseingang geleistet werden.

Elternzeit: Anspruch

Erwerbstätige Eltern haben bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres ihres Kindes Anspruch auf Elternzeit. Voraussetzung ist, dass sie ihr Kind selbst betreuen und erziehen. Elternzeit kann von einem Elternteil alleine oder von beiden gleichzeitig in Anspruch genommen werden.

Die Elternzeit ist sieben Wochen vor Antritt beim Arbeitgeber anzumelden. Während der Elternzeit besteht Kündigungsschutz.

Nebenbeschäftigung und Umfang der Elternzeit

Eltern in Elternzeit können eine Teilzeitbeschäftigung mit einem Umfang bis zu 30 Stunden pro Woche ausüben. Nach Ablauf der Elternzeit muss vom Arbeitgeber der ursprüngliche oder ein gleichwertiger Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt werden.

Ist das Kind bis zum 30. Juni 2015 geboren, können bis zu 12 Monate der Elternzeit mit Zustimmung des Arbeitgebers auf die Zeit zwischen den dritten und den achten Geburtstag des Kindes übertragen werden. Eine Übertragung von bis zu 24 Monaten ist möglich, wenn das Kind ab dem 1. Juli 2015 geboren ist. Die Zustimmung des Arbeitgebers ist nicht erforderlich. Die Elternzeit ist jedoch mindestens 13 Wochen vor der Inanspruchnahme anzumelden.

Elterngeld und Elternzeit sind im BEEG geregelt. Alle Beiträge dazu finden Sie auf dieser Themenseite.