24.05.2013 | Elektronische Gesundheitskarte

Onlineversion der eGK verzögert sich

Bild: Haufe Online Redaktion

Trouble in der Betreibergesellschaft der Gesundheitskarte: Die Ärzte drohen wieder einmal mit einem Ausstieg. Darüber hinaus verzögert sich die Onlineversion der elektronischen Gesundheitskarte erneut.

Bei allen Problemen mit der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) muss man sich fast wundern, dass parallel bereits die Entwicklung der 2. Kartengeneration erfolgreich auf den Weg gebracht wurde. Denn erneut rebellieren die Ärzte. Das geht soweit, dass die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) drauf und dran ist, aus der Gematik (Betreibergesellschaft der Gesundheitskarte) auszutreten.

Zwist um den Online-Datenabgleich

Der Grund liegt im quartalsweisen Online-Datenabgleich, mit dem die Aktualität der Karte sichergestellt werden soll. Der Abgleich im Rahmen des Versicherten-Stammdaten-Managements (VDSM) ist eine Basisfunktion für den Weg in die telematische Infrastruktur. Dieser Stammdatenabgleich soll in den Praxen der Ärzte, Psychotherapeuten und Zahnärzte übernommen werden und nach den Vorstellungen der KBV eine freiwillige Zusatzleistung sein.

Alternativ sollte es Möglichkeiten geben, die Datenüberprüfung auch an anderen Stellen zuzulassen, wie z. B. an Kiosk-Systemen in den Geschäftsstellen der Krankenkassen. Doch diese Alternative verweigern die übrigen Gematik-Gesellschafter.

Streits schadet dem Image der Gesundheitskarte

Sollte die KBV aufgrund des Disputs aussteigen wollen, hat der Ärzteverband wohl eher schlechte Karten. Denn die KBV unterliegt der Rechtsaufsicht des Bundesgesundheitsministeriums (BMG). Und in Berlin wird man dem Gezerre wohl nicht lange tatenlos zuschauen. Gut für die Akzeptanz der eGK ist der nun wieder auftretende Zwist in keinem Fall.

Onlinetests der eGK verspäten sich

Darüber hinaus werden sich die Tests mit den neuen Online-Anwendungen der eGK verzögern. Geplant war, nach Abschluss der Ausschreibung im 2. Quartal 2013 den Zuschlag für die Erprobung der Aktualisierung der Versichertenstammdaten und die qualifizierte elektronische Signatur (QES) abzuschließen. Daraus wird nun wohl nichts und der Zuschlag an die Industrie sich wohl bis zum Jahresende hinziehen. Der Grund ist zwar außerhalb der Gematik nicht bekannt, doch anzunehmen sind Differenzen zu einigen Detailfragen aus dem Pflichtenheft.

Tests der Online-Funktionen werden in diesem Jahr wohl nicht mehr gestartet. Die der eGK in der angestrebten Onlineversion wäre dann um rund ein halbes Jahr weiter hinter dem Zeitplan.

Die zweite Kartengeneration ist in Vorbereitung

Der Zuschlag für die 2. Generation der eGK ging aufgrund der EU-weiten Ausschreibung vom 28.7.2012 im April 2013 an Giesecke & Devrient GmbH und die T-Systems International GmbH. Die Firmen übernehmen damit die Entwicklung des Betriebssystems, die Produktion von Testkarten und den Feldtest der allerneusten Kartengeneration. In 4 Jahren werden die heute aktuellen Gesundheitskarten der 1. Generation ablaufen.

Feinschliff bei Sicherheitsstandard und Optik der eGK

Das bietet die Chance, die vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) für die Zukunft empfohlenen noch stärkeren und langfristig geeigneten kryptographischen Verfahren in der 2. Kartengeneration umzusetzen. Zudem sorgt dann ein spezieller PIN dafür, dass die Versicherten ganz gezielt individuell ausgewählte Bereiche der eGK freigeschalten können.

Auch an der Optik wurde gefeilt. Unter dem Foto des Versicherten sind neue Hinweise in Braille-Schrift und das Prüflogo des BSI enthalten. Daneben soll das „Fotoproblem“ gelöst werden: Befindet sich kein Foto auf der Gesundheitskarte, beantwortet der Hinweistext "eGK ist ohne Lichtbild gültig" die bei Kassen häufig aufschlagende Nachfrage der Versicherten.

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