| Integrierte Versorgung

Durch Zweitmeinung unnötige Rücken-OP vermeiden

Weniger Operationen durch ein neues Zweitmeinungsverfahren.
Bild: Haufe Online Redaktion

In Deutschland wird zu schnell und zu häufig operiert. Durch eine ärztliche Zweitmeinung sollen nun unnötige Operationen bei Rückenerkrankungen vermieden werden. Das neue Zweitmeinungsverfahren ist Bestandteil einer Integrierten Versorgung.

Patienten, die vor einer Rückenoperation stehen, bietet die BARMER GEK ab sofort bundesweit eine unabhängige ärztliche Zweitmeinung. Ermöglicht wird dies im Rahmen einer Integrierten Versorgung mit auf Rückenschmerzen spezialisierten regionalen Netzwerken von Behandlern.

„Die Zahl der Operationen an der Wirbelsäule ist in den letzten Jahren dramatisch angestiegen, obwohl Experten seit Jahren auf die Risiken und den teilweise begrenzten Nutzen hinweisen“, so Dr. Rolf-Ulrich Schlenker, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der BARMER GEK. „Wir verzeichnen in nur 6 Jahren einen Anstieg der Zahl der Wirbelsäulen-OP um rund 75 %. Durch eine differenzierte Indikationsstellung und geeignete konservative Behandlungsalternativen ließe sich ein erheblicher Teil der geplanten Eingriffe verhindern und mehr Nachhaltigkeit in der Behandlung von Rückenschmerzen erzielen.“

Kasse vermittelt Rückenspezialisten für Zweitmeinung 

BARMER GEK Versicherte können sich nun vor einer geplanten Rückenoperation zunächst beim BARMER GEK Teledoktor ausführlich beraten und dann zu einem erfahrenen niedergelassenen Rückenspezialisten in Wohnortnähe vermitteln lassen. Der Arzt ermöglicht innerhalb von einer Woche den Zweitmeinungstermin, wirft dabei einen Blick über alle bisherigen Befunde und Therapieempfehlungen und berät den Patienten umfassend über Behandlungsoptionen. Ziel dabei ist es, Patienten mehr Sicherheit für seine persönliche Therapieentscheidung zu geben und bei Bedarf eine alternative Behandlungsplanung einzuleiten. 

Das Zweitmeinungsverfahren ist Teil des Versorgungsprogramms „Pro Rücken“ der BARMER GEK. Es soll Patienten mit Rückenbeschwerden mit individuellen Behandlungsangeboten und speziellen konservativen Therapien nachhaltig helfen.

Rückenerkrankungen nehmen stetig zu

Rückenschmerzen gehören in Deutschland zu den häufigsten gesundheitlichen Problemen. Rund 20 Mio. Menschen (darunter 11,5 Mio. Männer) sind betroffen und zum Teil massiv in ihrer Lebensqualität eingeschränkt. Rückenschmerzen sind zugleich ein beträchtlicher gesundheitsökonomischer Faktor. Die Zahl der Krankenhausfälle von Operationen an der Wirbelsäule war bei der BARMER GEK von 2006 bis 2012 von 31.300 auf 54.800 gestiegen. Auch die Ausgaben steigen – von 201 Mio. EUR im Jahr 2010 auf 225 Mio. EUR im Jahr darauf.

Aktuell

Meistgelesen