05.01.2012 | Leistungen Sozialversicherung

Die Patientenquittung: Neue Auskunftspflicht für Krankenkassen

Ab 2012 ändert sich das Verfahren für die Information der Versicherten über die von ihnen verursachten Kosten (Leistungsauskunft) durch die Krankenkassen.

Gut gemeint, leider wenig genutzt: Das bisherige Verfahren zur Leistungsauskunft war ein absoluter Blindgänger. Die Versicherten haben das theoretisch vorhandene Angebot kaum genutzt. Die Krankenkassen und insbesondere die Kassen(zahn)ärztlichen Vereinigungen waren darüber allerdings recht froh, denn das Verfahren ist aufwändig und bürokratisch.

Auskunft für 18 Monate

Die entsprechende Vorschrift (§ 305 SGB V) wird im Absatz 1 deshalb nun neu gefasst. Die Krankenkassen unterrichten danach die Versicherten auf Antrag über die in einem Zeitraum von mindestens 18 Monaten vor Antragstellung in Anspruch genommenen Leistungen und deren Kosten. Die Information über die beanspruchten ärztlichen Leistungen erfolgt getrennt von der Unterrichtung über die ärztlich verordneten und veranlassten Leistungen.

Zeitnahe Information wird möglich gemacht

Den Versicherten konnten Daten aus dem laufenden Jahr bisher nicht zur Verfügung gestellt werden. Aufgrund der in manchen Leistungsbereichen möglichen zeitverzögerten Übermittlung von Abrechnungen durch die Leistungserbringer war der Auskunftszeitraum des Geschäftsjahres zu knapp bemessen. Um eine zeitnahe Information auch über im laufenden Jahr erbrachte Leistungen kurz vor Antragstellung zu ermöglichen, wird nun eine Spanne von 18 Monaten vor Antragsstellung verpflichtend geregelt. Versicherte haben für diesen Zeitraum einen Anspruch auf Information durch die Krankenkasse.

Kassen können direkt die eigenen Daten nutzen

Bislang war es erforderlich, dass die Kassen(zahn)ärztlichen Vereinigungen die Informationen über die ärztlich erbrachten Leistungen für jeden Versicherten so an die Krankenkassen übermitteln, dass eine Kenntnisnahme der Krankenkasse bei der Weiterleitung an den Versicherten ausgeschlossen war. So sollte vermieden werden, dass die Krankenkassen eine versichertenbezogene Gesamtaufstellung der in Anspruch genommenen Leistungen und deren Kosten erstellen. Künftig können die Krankenkassen auch die ihnen vorliegenden Daten über die Inanspruchnahme von (zahn)ärztlichen Leistungen unmittelbar für die Information ihrer Versicherten verarbeiten und nutzen.

Gleichzeitig stellt die Änderung jedoch mit einem Gebot die Trennung der Informationen über die (zahn)ärztlich erbrachten Leistungen von der Information über die (zahn)ärztlich veranlassten Leistungen sicher. Die Krankenkassen können auch weiterhin keine versichertenbezogene Gesamtaufstellung der in Anspruch genommenen Leistungen erstellen.

Erweiterte Auskunft als "Satzungsmehrleistung"

Die Krankenkassen können in ihrer Satzung das Nähere über das Auskunftsverfahren der regeln. Damit besteht die Möglichkeit, die Versicherten auch über zeitlich weiter zurückliegende Inanspruchnahme von Leistungen zu informieren. Der Mindestzeitraum von 18 Monaten darf jedoch nicht unterschritten werden.

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