21.03.2012 | Leistungen Sozialversicherung

Die eGK eilt mit schnellen Schritten in die Onlinewelt

Die Beschlüsse für die Onlineanwendungen sind gefasst. Damit steht einer schnellen Weiterentwicklung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) nichts im Weg. Auch die Verteilung der Karte läuft besser als gedacht.

Mit den nun gefassten Beschlüssen zu den Online-Anwendungen ist ein wichtiger Meilenstein geschaffen.

Erst mit der Onlinefähigkeit er eGK ergeben sich die Synergieeffekte, von denen Versicherte und Krankenkassen profitieren sollen - denn derzeit kann die neue Gesundheitskarte nicht viel mehr als die bisherige Krankenversichertenkarte.

 

 

Online-Ampel steht auf „grün“

Beschlossen wurden nun die Pflichtenhefte für die

·         Basis der Telematikinfrastruktur,

·         das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) und

·         die Qualifizierte Elektronische Signatur (QES).

Während die Basisanwendung die Grundlagen für die Onlinefähigkeit überhaupt erst herstellt, soll das Management der Versichertenstammdaten eine Gültigkeitsprüfung online ermöglichen. Auch können geänderte Anschriften damit dann schnell aktualisiert werden. Mit der Signaturfunktion können Dokumente wie Arztbriefe oder Berichte in der höchsten Sicherheitsstufe ausgetauscht werden.

Ausschreibungen, Feldtests und bundesweites Rollout

Auf Basis der Beschlüsse folgen nun kurzfristig die entsprechenden Ausschreibungen. Wenn die Verträge mit den künftigen Industriepartnern vorliegen, sollen großflächige Feldversuche gestartet werden. Damit will man nach derzeitigem Plan im Sommer 2013 soweit sein.

In welchen Regionen diese Tests stattfinden, hängt vom Ergebnis der Ausschreibungen ab. Vorgesehen ist, jeweils von 500 Leistungserbringern wie Ärzten, Zahnärzten und Krankenhäusern unter realen Bedingungen den Onlineabgleich der Versichertenstammdaten zu testen. Später folgt dann die elektronische Signaturmöglichkeit. Auf Basis der Ergebnisse der Feldtests kann daraufhin das bundesweite Online-Rollout stattfinden.

Krankenkassen und Leistungserbringer geben Gas

Inzwischen kündigt die erste Krankenkasse den vollständigen Wechsel auf die neue Technik an. Die BARMER GEK will nicht nur die gesetzlich vorgegebenen 70 % ihrer Versicherten bis Jahresende mit der eGK ausgestattet haben, sondern alle ihre 8,6 Mio. Versicherten noch 2012 damit versorgen. Alte Krankenversichertenkarten sollen schon in Kürze nicht mehr ausgegeben werden, auch nicht mehr ersatzweise. Die BARMER GEK wird so die Kosten eingrenzen können, die zwangsläufig durch doppelte Strukturen entstehen.

Auch die Ausstattung der Leistungserbringer geht zügig voran. So sind etwa in Nordrhein- Westfalen ca. 90 % der Ärzte und fast alle Zahnärzte inzwischen mit den neuen Kartenlesegeräten ausgestattet. So dürfte sich die doppelten Versichertenkarten im Portemonnaie der Versicherten schon bald erledigt haben.

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