16.12.2011 | Leistungen Sozialversicherung

Der Weg ist frei für Arzneimittel-Preisverhandlungen

Erstmals können in Deutschland Pharmahersteller und Krankenkassen über den Preis eines Medikaments verhandeln. Gemäß der jüngsten Arznei-Reform der Koalition ist der Weg dafür jetzt frei.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) von Ärzten, Krankenkassen und Krankenhäusern bescheinigte dem Wirkstoff Ticagrelor des Herstellers AstraZeneca am 15.12.2011 einen zusätzlichen Nutzen gegenüber einer bisherigen Therapie. Das Mittel soll die Überlebensraten von Herzinfarktpatienten verbessern.

Höherer Preis nur bei höherem Nutzen gerechtfertigt

Im nächsten Schritt werde der Kassen-Spitzenverband mit AstraZeneca Preisverhandlungen führen, teilte der G-BA mit. Dieses Verfahren wurde mit dem schwarz-gelben Arzneigesetz AMNOG geschaffen. Neue Medikamente werden auf ihren Zusatznutzen gegenüber vergleichbaren Therapien geprüft. Der G-BA entscheidet auf Basis von Berichten der Hersteller, ob und wenn ja welchen Zusatznutzen ein neues Mittel hat. Nur für Mittel, die wirklich mehr bringen, zahlen die Kassen auch mehr.

Neues Verfahren soll überhöhte Preise dämpfen

Die Regierung erwartet Einsparungen von rund 2 Mrd. EUR pro Jahr. Seit Jahren halten Kritiker den Pharmafirmen überhöhte Preise vor.

Derzeit befinden sich rund 20 weitere Wirkstoffe im Verfahren der frühen Nutzenbewertung. AstraZeneca begrüßte die positive Entscheidung zu Ticagrelor "für die große Mehrheit der Patienten".

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