25.04.2013 | Serie Volkskrankheiten

Bluthochdruck - die Gefahr lauert in den Adern

Serienelemente
Zur Vorbeugung: regelmäßig den Blutdruck kontrollieren.
Bild: Haufe Online Redaktion

Bluthochdruck ist unsichtbar, man hört ihn nicht und er tut nicht weh. Trotzdem besteht höchste Gesundheitsgefahr: er verursacht mehr Todesfällen als Krebs. Bluthochdruck ist damit eine der größten Volkskrankheiten.

Die Gefahr durch Bluthochdruck kommt im Stillen: Nur jeder 2. der etwa 35 Millionen betroffenen Deutschen weiß davon. Die Dunkelziffer ist hoch. Lange Zeit fühlt man nichts von der schleichenden Gefahr, denn der steigende Druck in den Adern verursacht keine Schmerzen.

Tücke des Bluthochdrucks: Er verläuft zunächst ohne Symptome

Menschen mit hohem Blutdruck fühlen sich häufig besonders vital und leistungsfähig, erklärt Prof. Bernhard Schwaab vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung in Frankfurt. «Der hohe Blutdruck fällt häufig erst auf, wenn er Schäden an den Organen verursacht.»

Die Normalwerte

Als optimaler Blutdruck gilt laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein Wert von 120 zu 80 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule). Im akzeptablen Normalbereich liegen Werte bis 140 zu 90. Dauerhaft höhere Werte gelten als Hochdruck und sollten ärztlich behandelt werden.

Wann Bluthochdruck gefährlich wird

Spürbar wird der Hochdruck meist erst, wenn er in die absolute Gefahrenzone über 180 zu 110 steigt. Es zeigen sich Kopfschmerzen, Schwindel und Sehstörungen. Auf längere Zeit nehmen Herz, Nieren, Augen und andere Organe schaden und das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle erhöht sich deutlich.

Die Ursachen

Als Auslöser gelten einseitige Ernährung, Bewegungsarmut und zu viel Stress. Die flexiblen Muskeln der Adern verhärten, verengen den Durchfluss und erhöhen damit den Blutdruck. Gefährlich ist, wenn Übergewicht, Nikotin und zu viel Alkohol hinzukommen.

Gesunder Lebensstil ist das A und O

Alle Empfehlungen zur Vorbeugung und Behandlung setzen beim persönlichen Lebensstil an. Ungesunde Gewohnheiten zu ändern, ist oft der nachhaltigste Schritt. «Schon mit einer geringen Gewichtsreduktion und etwas mehr Bewegung kann man viel erreichen», sagt Schwaab. Innerhalb der ersten 3 Monate sinke dann bei manchen Betroffenen der Blutdruck schon so weit, dass Medikamente nicht notwendig sind.

Der Deutsche Hausärzteverband nennt Erfahrungswerte:

  • Gesünderes Essen mit wenig Salz, viel Gemüse und Obst kann den Blutdruck um bis zu 20 Punkte auf der Quecksilbersäule senken.
  • Fünf Kilo Übergewicht abnehmen kann den Wert um weitere 10 Punkte verringern.
  • Regelmäßiger Ausdauersport wie Joggen, Schwimmen und Radfahren reduzieren um 10 Punkte.

Rauchverbot bei Bluthochdruck

Wer hohen Blutdruck hat, sollte sofort aufhören zu rauchen. Nikotin trägt in besonderem Maß zur Verkalkung und Verstopfung der Gefäße bei.

Die medikamentöse Behandlung

Zur Senkung des Blutdrucks existieren viele Medikamente. «Für kaum eine andere chronische Erkrankung gibt es so viele gut untersuchte Medikamente», urteilt die Stiftung Warentest. Einige Arzneimittel entwässern (Diuretika), andere beruhigen den Herzrhythmus (Betablocker) oder erhöhen hormonell die Flexibilität der Adern (ACE-Hemmer) - je nach Gesundheitszustand des Patienten.

Oft werden mehrere Wirkstoffe kombiniert, je nach eventuellen Begleiterkrankungen und den häufig auftretenden Unverträglichkeiten und Nebenwirkungen. Die Zukunft liegt bei immer ausgefeilteren Kombinationstherapien

Eigeninitiative statt Griff zum Arzneischrank

Hausärzte raten, sich nicht allein auf Medikamente zu verlassen. Denn die persönliche Einstellung zu Stress, Bewegung und Ernährung ist wichtig. Thomas Breitkreuz, leitender Arzt des Paracelsus-Krankenhauses in Bad Liebenzell (Baden-Württemberg) erklärt: «Hoher Blutdruck ist immer Folge einer Kombination aus Konstitution und Lebensstil.» Deshalb rücken nach seinen Worten konkrete Schritte zur Änderung ungesunder Lebensweisen in den Mittelpunkt der Therapie, wenn der Hochdruck nachhaltig gesenkt und in gesunden Grenzen gehalten werden soll.

Griff in die Trickkiste von Mutter Natur

Naturheilkundliche Ärzte ergänzen die Behandlung von Bluthochdruck um Heilfasten, Hydrotherapien mit kalten Kneippgüssen und warmen Wannenbädern sowie aktives Üben von Entspannungsmethoden wie Yoga, Meditation und Qigong. Prof. Andreas Michalsen, Chefarzt am Berliner Immanuel Krankenhaus, verweist auf Studien in den USA zum Effekt von therapeutischem Fasten auf Bluthochdruck.

Neue Therapien

Derzeit wird die Wirkung von regelmäßigem Blutspenden als Therapie bei leichtem Bluthochdruck geprüft. Erste Zwischenergebnisse bestätigen laut Michalsen den positiven Effekt. Die Endergebnisse der Studie sollen im kommenden Jahr veröffentlich werden.

Schlagworte zum Thema:  Volkskrankheit, Prävention, Stress

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