| Betriebliche Krankenversicherung

Betriebliche Krankenversicherung im Aufwind

Für Durchblicker: Vorteile einer betrieblichen Krankenversicherung nutzen.
Bild: Veer Inc.

Bereits 15 Versicherungsunternehmen bieten Modelle zur betrieblichen Krankenversicherung an. Arbeitgeber interessieren sich zunehmend für die finanziell interessante Gestaltungsmöglichkeit.  

Betriebliche Krankenversicherungen sind so konzipiert, dass mit verschiedenen Modulen ein zusätzlicher Versicherungsschutz ergänzend zum gesetzlichen Schutz gestaltet werden kann. Die Mitarbeiter haben davon den enormen Vorteil, quasi privatversichert zu sein ohne die Sicherheit der daneben weiterbestehenden gesetzlichen Krankenversicherung zu verlieren.

Schließt der Arbeitgeber einen Gruppenvertrag mit einem entsprechenden Anbieter ab, erhalten die Mitarbeiter 3 weitere elementare Vorteile:

  • Meist wird auf Wartezeiten verzichtet,

  • die Gesundheitsprüfung entfällt oder ist vereinfacht und

  • die Konditionen sind günstiger als bei einem einzeln abgeschlossenen Versicherungsvertrag.

Hinzu kommt, dass die meisten Anbieter auch Ehegatten der Mitarbeiter sowie deren Kindern die günstigeren Konditionen zur Verfügung stellen. Darauf legen die meisten Mitarbeiter großen Wert, wie erste Erfahrungen zeigen.

Sofortiger Mehrwert erlebbar

Die betriebliche Krankenversicherung dient daher zunehmend gerade für Arbeitgeber mit einem hohen Bedarf an spezialausgebildeten Arbeitnehmern als Bindungsinstrument. Denn im Gegensatz zur sich erst später auswirkenden betrieblichen Altersvorsorge erlebt der Arbeitnehmer sofort den Mehrwert. Und ein Mehrwert ergibt sich darüber hinaus auch in finanzieller Hinsicht für Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

Regelungen für die Abgabenfreiheit

Da Beiträge des Arbeitgebers zu einer privaten arbeitgeberfinanzierten Gruppenkrankenversicherung zugunsten der Mitarbeiter nach einem Urteil des Bundesfinanzhofes als Sachzuwendung gelten (BFH, Urteil v. 14.4.2011, VI R 24/10), sind die monatlichen Versicherungsbeiträge steuerfrei und beitragsfrei zur Sozialversicherung. Voraussetzung dabei ist, dass sie zusammen mit anderen Sachzuwendungen beim Arbeitnehmer im jeweiligen Kalendermonat den Wert von 44 EUR nicht übersteigen. Außerdem darf der Arbeitnehmer arbeitsvertraglich ausschließlich Versicherungsschutz und nicht auch eine Geldzahlung verlangen können.

Individuelle oder pauschale Versteuerung möglich

Liegen die Beiträge über der Freigrenze, ist neben der individuellen Versteuerung auch die Option der Pauschalversteuerung zu denken. Bei der Individualbesteuerung gelten die Beiträge als Nettoentgelt, aus dem der entsprechende Bruttowert errechnet wird. Die darauf entfallenden Steuern und Beiträge trägt der Arbeitgeber. Bei einer Pauschalversteuerung müssen die Versicherungsbeiträge als „sonstige Bezüge“ jährlich gezahlt werden und dürfen dabei den Wert von 1.000 EUR je Mitarbeiter nicht übersteigen. Die Pauschalversteuerung muss beim Betriebsstättenfinanzamt beantragt werden. Sowohl die Beiträge zur Gruppenversicherung selbst als auch die Pauschalsteuer können als Betriebsausgabe gebucht werden.

Arbeitgeberwechsel oder Ende des Beschäftigungsverhältnisses

Da es keine spezielle gesetzliche Regelung für die betriebliche Krankenversicherung gibt, fehlt es an einheitlichen Regelungen etwa für den Fall eines Arbeitgeberwechsels oder das Beschäftigungsende. Hier gilt es, die Verträge der Versicherungsunternehmen entsprechend zu vergleichen. In den meisten Fällen können neue Arbeitgeber aber auch in bestehende Verträge einsteigen. Außerdem ermöglichen die meisten Anbieter die Fortführung zu Lasten des Arbeitnehmers zu den bestehenden Konditionen.

Schlagworte zum Thema:  Betriebliche Krankenversicherung, Pauschalversteuerung, Gruppenkrankenversicherung

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