14.07.2016 | Qualität der Hilfsmittel

Bessere Versorgung bei Rollatoren und Rollstühlen geplant

Das Kassenmodell eines Rollators reicht oft nicht aus - die Versorgung soll deshalb verbessert werden
Bild: Fotografie Mauer

Um bessere Rollatoren und Rollstühlen als das Kassenmodell zu erhalten, müssen Versicherte derzeit in die eigene Tasche greifen. Das soll sich nach Aussage des Krankenkassen-Spitzenverbands ändern. Auch die Bundesregierung bereite eine Reform im Bereich der Hilfsmittel vor.

Versicherte in Deutschland sollen künftig bessere Rollatoren und Rollstühle von den Krankenkassen erstattet bekommen. "Da muss sich einiges ändern", sagte Gernot Kiefer, Vorstand des Kassen-Spitzenverbandes. Kiefer nannte dies als Beispiel dafür, dass die Kassen die Versorgung mit Hilfsmitteln insgesamt auf den neuesten Stand bringen wollten. Kritiker sind skeptisch.

Standardversorgung bei Rollatoren und Rollstühlen

Vielen Betroffenen reiche die Standardversorgung bei Rollatoren und Rollstühlen nicht. Sie nutzten bessere Modelle und zahlten dabei aus eigener Tasche zu. Geprüft werden solle, die standardmäßige Versorgung in dem Bereich zu modernisieren. Was zu Hilfsmitteln zählt und was die Festbeträge sind, lesen Sie hier.

Gründe der Ausgabenentwicklung für Hilfsmittel

Bereits 2013 sei der Festbetrag für Hörgeräte deutlich gesteigert worden, wo oft deftige Zuzahlungen fällig waren. Der Festbetrag für Schwerhörige stieg von 421 auf 785 Euro. Auch deshalb seien die Ausgaben für Hilfsmittel zuletzt deutlich auf mehr als 7,5 Milliarden Euro angewachsen.
Auch in Zukunft würden die Ausgaben mit der Alterung der Gesellschaft und technischem Fortschritt deutlich wachsen. Die Kosten und die Steuerung in diesem Bereich bleibe «mit zunehmender Brisanz» auf der Tagesordnung, sagte Kiefer.

Das offizielle Hilfsmittelverzeichnis mit 35.000 Einzelprodukten werde nun erneuert. Eine Reform in dem Bereich sei zudem bei der Bundesregierung in Vorbereitung.

Skepsis an besseren Rollatoren und Rollstühlen

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, zeigte sich skeptisch über die angekündigten Verbesserungen. "Bisher waren die Krankenkassen dafür bekannt, die Preise und die Qualität bei den Hilfsmitteln zu drücken", sagte er. In die Schlagzeilen war etwa geraten, dass viele Patienten nur unzureichende Inkontinenzhilfen erhalten hatten.

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Schlagworte zum Thema:  Hilfsmittel, Festbetrag

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