| Beratungsangebot verlängert

Hilfe bei Sprachproblemen im Gesundheitswesen

Telefonische Beratung der UPD bei Fragen zum Gesundheitswesen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Viele Einwanderer haben Probleme mit dem deutschen Gesundheitswesen. Durch Sprachprobleme und Unkenntnis des Gesundheitssystems verlängert sich oft die Behandlungsdauer einer Krankheit. Ein Beratungsangebot der UPD für ausländische Menschen soll helfen.

Menschen mit Migrationshintergrund finden sich oft nur schwer im deutschen Gesundheitswesen zurecht. Speziell für sie wurde ein Beratungsangebot geschaffen und nun verlängert. Die seit 2011 laufende Beratung der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) auf Russisch und Türkisch wird fortgesetzt, wie Sebastian Schmidt-Kaehler, Geschäftsführer UPD am 22.5.2013 in Berlin verkündet.

Die Beratung wird vom Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) finanziert, der einen Vertrag für weitere 5 Jahre unterzeichnete.

Andere Länder, andere Sitten - da tut Hilfe Not

Zuwanderer aus Russland seien beispielsweise viel stärker an Hausbesuche ihrer Ärzte gewohnt. Daher könnten sie auch die Zuständigkeiten der vielen verschiedenen Mediziner, Kliniken und Therapeuten in Deutschland oft nur schwer zuordnen. Jährlich nutzen mehr als 3.000 Ratsuchende das Angebot in Russisch und Türkisch. Schmidt-Kaehler räumte ein, dies sei angesichts von 16 Mio. Migranten in Deutschland nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Wolfgang Zöller (CSU), sagte, es gebe Defizite in der Versorgung der Migranten.

Längere Behandlungszeiten wegen Verständnisproblemen

Die UPD berät über alle Fragen zum Gesundheitswesen im Auftrag des Gesetzgebers in regionalen Beratungsstellen und über ein Beratungstelefon. Die Bielefelder Forscherin Annett Horn, die das Beratungsangebot analysiert hatte, erläuterte, die Migranten verstünden ihren Arzt und ihre Diagnose oft nicht, wechselten dann oft zu anderen Ärzten und schleppten ihre Probleme zu lange mit sich herum.

Das bundesweite Beratungstelefon der UPD ist aus dem deutschen Festnetz kostenlos zu erreichen unter: 0800 0 11 77 22 (Deutsch), 0800 0 11 77 23 (Türkisch), 0800 0 11 77 24 (Russisch).

Schlagworte zum Thema:  Beratung, Sprachkompetenz, Gesundheitssystem

Aktuell

Meistgelesen