29.07.2013 | Behandlungsfehler

Keine Nachbehandlungsmöglichkeit für Arzt

Ärzte dürfen bei Fehlern keine Nachbehandlung verlangen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Patienten können Ansprüche auf Schadenersatz und Schmerzensgeld geltend machen, wenn sie durch ihren Arzt falsch behandelt wurden. Der Patient ist auch nicht verpflichtet, dem Arzt die Möglichkeit einer Nachbehandlung zu geben. Dies entschied das Oberlandesgericht (OLG) Jena.

Begründet wurde die Entscheidung damit, dass das Verhältnis zwischen Arzt und Patient wegen des Fehlers nachhaltig gestört sein kann. Außerdem könne die Art der Falschbehandlung gegen ein Nachbessern sprechen (OLG Jena, 4 U 549/11).

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Streitfall

In dem verhandelten Fall hatte eine Zahnarztpatientin ein Inlay und eine Krone bekommen. Wegen Schmerzen musste sie bald darauf nachts zu einer Notbehandlung. Dabei zeigte sich, dass unter der Füllung und unter dem Zahnersatz Karies vorhanden war.

Schadenersetz und Schmerzensgeld

Nachdem das Landgericht zunächst anders geurteilt hatte, entschied das OLG, dass die Frau grundsätzlich Anspruch auf Schadenersatz und Schmerzensgeld habe. Der Arzt habe sie falsch behandelt, weil er den Karies nicht festgestellt hatte, bevor er den Zahnersatz einsetzte. Diesen Befund könne er nicht im Nachhinein erheben. Sie habe ihm zu Recht keine Möglichkeit zur Nachbesserung gegeben, weil sie auch keine weiteren Termine bei ihm wahrgenommen habe.

Schlagworte zum Thema:  Zahnärztliche Behandlung, Schmerzensgeld, Behandlungsfehler, Schadensersatz

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