16.08.2012 | LSG-Urteil

Auf Arbeitsweg verfahren: kein Unfallversicherungsschutz

Im dichten Verkehr die Ausfahrt verpasst: kein UV-Schutz
Bild: Haufe Online Redaktion

Wer in der falschen Richtung zur Arbeit fährt, riskiert den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Denn rechtlich gesehen gilt ein Umweg - auch wenn ungewollt - als Unterbrechung des Arbeitsweges.

Und wenn ein Beschäftigter nicht auf dem direkten Weg zur Arbeit fährt, sei er nicht mehr von der gesetzlichen Unfallversicherung geschützt. Dies entschied das Landessozialgericht (LSG) Niedersachsen-Bremen mit Urteil v. 29.2.012 (L 3 U 151/08).

Irrfahrt auf dem Weg zur Firma

Zwei Beschäftigte hatten ein Fahrzeug für ein Mietwagen- und Transportunternehmen gekauft und sollten dies an den Firmensitz bringen. Auf dem Weg dorthin verfuhren sie sich allerdings "hoffnungslos". Als Grund wurden die ungekannte Strecke und ein hohes Verkehrsaufkommen genannt.

Nach mehreren Umwegen näherten sie sich dem Firmensitz aus einer anderen Richtung als üblich. Auf dieser Strecke ereignete sich der schwere Verkehrsunfall. Die Klägerin erlitt dabei eine HWS-Distorsion und Prellungen, der Kläger multiple Verletzungen, letztlich erfolgte eine subtotaler Oberarmamputation links.

Zum Unfallzeitpunkt war der direkte Arbeitsweg unterbrochen

Die gesetzliche Unfallversicherung lehnte die Kostenübernahmen ab. Die Beschäftigten klagten. Das Gericht wies die Klage ab. Die Tatsache, dass die Kläger sich verfahren hatten, werteten die Richter als deutliche Zäsur des Arbeitsweges. Zum Zeitpunkt des Unfalls sei der versicherte Weg unterbrochen gewesen, befanden sie daher.

Umweg nur aus betrieblichen Gründen zulässig

Denn versichert sei grundsätzlich nur der direkte Weg zum Ziel. Ein Umweg sei nur dann versichert, wenn für ihn betriebliche Gründe maßgeblich gewesen seien. Dies sei hier nicht der Fall gewesen.

Schlagworte zum Thema:  Arbeitsweg, Wegeunfall, Arbeitsunfall

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