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Ärzte und Kassen uneinig bei Honorarerhöhungen

Keine Einigung in Sicht bei den Arzthonoraren.
Bild: Haufe Online Redaktion

Der Konflikt um höhere Ärztehonorare gärt weiter: Auch eine neue Verhandlungsrunde am 4.10.2012 brachte kein Ergebnis. Jetzt setzen alle Beteiligten auf den nächsten Durchgang in der kommenden Woche.

Die Honorarverhandlungen für die rund 150.000 Kassenärzte sind ohne Ergebnis vertagt worden. Angesichts der weit auseinanderliegenden Positionen kamen sich die Vertreter von Krankenkassen und Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) am 4.10.2012 in Berlin erwartungsgemäß nicht näher. Die Gespräche sollen nun am 9.10.2012 unter Leitung eines neutralen Vorsitzenden fortgesetzt werden.

Forderungen liegen weit auseinander

Die Kassen haben bislang ein Honorarplus von etwa 900 Mio. EUR angeboten. Die KBV verlangt mit etwa 3,5 Mrd. EUR aber fast das 4-Fache. «Auch wenn heute noch kein Ergebnis vorliegt, sind wir davon überzeugt, dass eine gute und faire Lösung möglich ist», sagte Ann Marini vom Spitzenverband der Krankenkassen.

Drohen neue Protestaktionen?

Für den 10.10.2012 haben Ärzteverbände bundesweit neue Proteste vor Geschäftsstellen von Krankenkassen an bislang 19 Orten angekündigt. Derzeit sind die Proteste ausgesetzt.

Der Präsident des Sozialverbandes SoVD, Adolf Bauer, sagte, die Patienten dürften nicht länger Spielball im Konflikt zwischen Ärzten und Kassen sein. «Krankenkassen und Ärzte müssen einen Ausweg finden und die nächste Eskalationsstufe abwenden», forderte er. Das Angebot der Kassen könne eine «solide Grundlage für eine Einigung» sein.

Die bisherigen Ergebnisse

In der 1. Runde der Verhandlungen war eine Erhöhung der Preise für die ärztlichen Leistungen um 270 Mio. EUR festgesetzt worden. Dabei wurde die KBV im Erweiterten Bewertungsausschuss von den Kassen und einem unparteiischen Vorsitzenden überstimmt. Derzeit wird noch über die zu erwartenden Menge dieser Leistungen verhandelt.

Arzt-Einkommen ist abhängig von der Fachrichtung

Das monatliche Nettoeinkommen der Kassenärzte von gesetzlichen und privaten Kassen beträgt laut KBV nach jüngsten Zahlen durchschnittlich 5.442 EUR. Doch klafft die Spanne weit auseinander: Einem Allgemeinmediziner blieben demnach 5.018 EUR pro Monat, einem Orthopäden 6.344 EUR, einem Psychotherapeuten dagegen nur 2.658 EUR.

Kassenausgaben sind angestiegen

Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung für die vertragsärztliche Vergütung stiegen laut Bundesgesundheitsministerium von 33 Mrd. EUR 2010 auf 33,7 Mrd. im vergangenen Jahr.

Schlagworte zum Thema:  Arzthonorar, Kassenarzt, GKV-Spitzenverband

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