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Ärzte kündigen Protest gegen Sparkurs der Krankenkassen an

Honorarstreit: Ärzte drohen mit Praxisschließungen
Bild: Haufe Online Redaktion

Um die Erhöhung der Ärztehonorare wird noch heftig gerungen - gleichzeitig kündigt die Ärzteschaft bereits eine härtere Gangart mit Protesten und Praxisschließungen an. Aus Sicht der Ärzte geht es ums Grundsätzliche.

Aus Protest gegen die harte Haltung der Krankenkassen im Honorarstreit wollen Ärzte am 10.10.2012 bundesweit demonstrieren und Praxen schließen. Dies kündigte die Allianz von mehr als 30 deutschen Ärzteverbänden am 8.10.2012 an. Deutschlandweit sind bislang Demonstrationen an 34 Orten geplant.

Nächste Verhandlungsrunde

Am 9.10.2012 ab 15 Uhr gehen die Honorarverhandlungen zwischen GKV-Spitzenverband und Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) in ihre möglicherweise entscheidende Runde. Den Ausschlag könnte der neutrale Vorsitzende geben. Die Ärzte halten das bisherige Angebot der Kassen von 900 Mio. EUR mehr für völlig unzureichend. Sie verlangen mit 3,5 Mrd. EUR fast das 4-Fache.

Ist das ganze System in Gefahr?

«Wir werden auch einen Schlichterspruch gegen die Interessen der Ärzteschaft - und damit auch gegen eine Verschlechterung der ambulanten Versorgung unserer Patienten und Patientinnen - nicht akzeptieren», kündigte der Sprecher der Ärzteverbände-Allianz, Dirk Heinrich, an. «Wir stellen uns auf einen langen Kampf ein, denn es geht hier um mehr als das Honorar». Die Krankenkassen mutieren nach seinen Worten «zu Sparkassen, weit weg von der medizinischen Versorgung in den Praxen und den gesundheitlichen Bedürfnissen ihrer Versicherten».

Deshalb stellten die Ärzte inzwischen das ganze System in Frage. Der Aktionstag sei nur Auftakt zu weiteren Protesten.

Ergebnis der 1. Verhandlungsrunde

In der 1. Runde der Verhandlungen war eine Erhöhung der Preise für die ärztlichen Leistungen um 270 Mio. EUR festgesetzt worden. Dabei wurde die KBV im Erweiterten Bewertungsausschuss von den Kassen und einem unparteiischen Vorsitzenden überstimmt. Derzeit wird noch über die zu erwartenden Menge dieser Leistungen verhandelt.

Kassenausgaben für ärztliche Behandlungen steigen

Das monatliche Nettoeinkommen der Kassenärzte beträgt laut KBV nach jüngsten Zahlen durchschnittlich 5.442 EUR. Die Ausgaben der gesetzlichen Kassen für die Vergütung der Vertragsärzte stiegen von 33 Mrd. EUR 2010 auf 33,7 Mrd. in 2012.

Umfrage: Kassenüberschüsse sollen nicht an die Ärzte gehen

Die Ärzte-Forderung nach mehr Geld findet nach einer Umfrage kaum Unterstützung bei den Bürgern. Nur 6 % sind dafür. Das ermittelte Infratest dimap im Auftrag der ARD-Sendung «Hart aber fair». Mit den Milliardenüberschüssen der Krankenkassen will die Mehrheit der Befragten lieber die Patienten entlasten. 39 % stimmten für die Abschaffung der Praxisgebühr. Mehr als ein Drittel will den Kassen die Überschüsse als Polster für magere Jahre lassen.

Schlagworte zum Thema:  Arzthonorar, Praxisgebühr

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