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Kassenärzte stellen Grundversorgung in Frage

Ärzte setzen stellen die medizinische Grundversorgung in Frage.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Kassenärzte in Deutschland sind trotz Honorarsteigerungen nicht zufrieden. Sie stellen Bedingungen für die medizinische Grundversorgung.

Trotz des erst kürzlich vereinbarten Honorarzuschlags von 1 Mrd. EUR herrscht Unzufriedenheit bei den Kassenärzten: Sie kritisieren den sogenannten Sicherstellungsauftrag, der die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) zu bedarfsdeckendem Versorgungsangebot und der Bereitstellung ärztlicher Notdienste verpflichtet. Aus Sicht der Ärzte werden jedoch die Bedingungen immer schlechter.

KBV stellt das ganze System in Frage

«Mit dem Sicherstellungsauftrag stellen wir auch das KV-System selbst in seiner heutigen Form zur Diskussion», sagte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Köhler, am 8.12.202 in Berlin bei der Vertreterversammlung seiner Organisation. Damit sei «die Systemfrage» gestellt.

Derzeit lotet die KBV bei den 153.000 Vertragsärzten und -psychotherapeuten per Umfrage aus, unter welchen Bedingungen diese den Sicherstellungsauftrag weiter akzeptieren wollen. Seit dem Start der Befragung Mitte November 2012 haben sich daran bislang etwa 1/3 der Mitglieder beteiligt.

Kostendeckung und Therapiefreiheit

Die überwiegende Mehrheit pocht laut Köhler dabei auf feste und kostendeckende Preise bei uneingeschränkter therapeutischer und diagnostischer Freiheit. Durch eine Reform der Bedarfsplanung sollen schon bald auf dem Land mehr als tausend Arzt-Stellen - vor allem für Psychotherapeuten - hinzukommen. Geplant ist auch eine neue Honorarverteilung, die speziell Landärzte besserstellt.

GKV-Spitzenverband wünscht konstruktive Kritik

Der Kassen-Spitzenverband mahnte, die Vorschläge müssten realistisch und im System zu lösen sein. «Wenn es konstruktive Vorschläge gibt, das Versorgungssystem im Sinne aller Beteiligten, also für Ärzte, Kassen, Patienten und Beitragszahler gleichermaßen vorteilhaft weiterzuentwickeln, werden wir uns keineswegs verweigern», sicherte Verbands-Vizesprecherin Ann Marini zu.

Schlagworte zum Thema:  Arzthonorar, Grundversorgung

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