| Arzneimittelversorgung

Krankenhäuser klagen über Mangel an Medikamenten

Lieferengpässe bei Arzneimitteln gefährden Patientenversorgung
Bild: Haufe Online Redaktion

Immer wieder gibt es bei Pharmafirmen Lieferengpässe für Arzneimittel. Eine Studie ergab nun, dass dadurch in Krankenhäusern oft Medikamente fehlen und Patienten nicht sicher sein können, mit dem passenden Arzneimittel behandelt zu werden.

Nach einem aktuellen internen Bericht fehlen in Deutschlands Krankenhäusern regelmäßig Arzneimittel gegen bestimmte oft schwere Erkrankungen. Eine Ursache hierfür ist, dass Arzneimittelhersteller Lieferprobleme bisher nur auf freiwilliger Basis an Krankenhäuser melden.

Häufig fehlt ein gleichwertiges Medikament

Dem Sachstandsbericht der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) ist zu entnehmen, dass für August 2013 durch Krankenhäuser 18 Lieferengpässe gemeldet wurden. Im Vorjahreszeitraum seien es im Schnitt noch 25 gewesen. In 39 % der Fälle habe es keine gleichwertigen Arzneimittel gegeben, auf die ausgewichen werden konnte. Dies deutlich öfter als im Vorjahr gewesen und hätte umso schwerwiegenderer Probleme verursacht.

Gefahr für schwerkranke Patienten

In den Blick genommen wurde 21 Krankenhausapotheken, die insgesamt 114 der rund 2.000 Kliniken in Deutschland versorgen. Im Jahr 2013 hatten die Kliniken erstmals öffentlich Alarm wegen des Problems geschlagen. Unter anderem die zeitnahe Arzneiherstellung mit wenig Vorräten in Asien machte Probleme. Engpässe bei Krebsmitteln, Antibiotika und anderen Medikamenten gefährdeten zunehmend schwerkranke Patienten.

Freiwillige Meldung bei Lieferschwierigkeiten reicht nicht aus

Ende April 2013 wurde ein Register über Lieferengpässe beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) eingerichtet. Dort wurden inzwischen insgesamt 23 solcher Lieferengpässe gemeldet, so die DKG. Pharmafirmen meldeten Probleme bei der Arzneimittelherstellung aber bisher nur freiwillig. Daher fordert die DKG dringend weitere Schritte.

Zeitnahe Herstellung der Arzneimittel verursacht Lieferengpässe

DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum empfliehlt der Politik "dringend die Registerführung der Arzneimittelengpässe von freiwillig auf verbindlich umzustellen." Als Lieferengpass wird laut BfArM eine über 2 Wochen hinausgehende Unterbrechung der Auslieferung von Arzneimitteln bezeichnet. In den meisten einzelnen Fällen sind Probleme in der Herstellung der Arzneimittel als Ursache.

Schlagworte zum Thema:  Arzneimittel, Krankenhausbehandlung

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