14.06.2012 | Arzneimittelkosten

Hoher Rabatt für teures Originalmedikament vereinbart

GKV-Verband handelt erstmals hohen Medikamentenrabatt aus.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Behandlung von Herzinfarkt-Patienten mit einem neuen Originalmedikament wird rund 20 % billiger.

Diesen Preisabschlag gaben der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen und der Pharmakonzern AstraZeneca am 13.6.2012 bekannt. Mit der Vertragsunterzeichnung sind die ersten Preisverhandlungen nach den Vorgaben des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG) abgeschlossen. Die vorangegangenen Preisverhandlungen waren im Rahmen des AMNOG geführt worden. Es geht dabei um das neue Herz-Kreislauf-Mittel Ticagrelor (Brilique).

Erhebliche Einsparungen für Krankenversicherungen

Ausgangspunkt für die Verhandlungen war die Bewertung des G-BA über den Zusatznutzen des Medikaments. Der Erstattungspreis wurde auf Basis der Therapiekosten auf 2 EUR pro Tag oder 730 EUR pro Jahr festgesetzt - knapp 20 % unter dem Hersteller-Listenpreis. Für die rückwirkend zum 1.1.2012 vereinbarte dreijährige Vertragslaufzeit rechnet der GKV-Spitzenverband mit Einsparungen "mindestens im einstelligen Millionenbereich".

AMNOG zeigt Wirkung

Erstmals war damit auf dem Verhandlungsweg ein Erstattungspreis vereinbart worden - weitere Gespräche für Dutzende neuer Mittel laufen noch.

„Der erste Erstattungspreis liegt vor und belegt, dass ein fairer Ausgleich zwischen den Interessen der Industrie und den Kassen auf dem Verhandlungswege möglich ist. Innovationen brauchen eine Zusatznutzenbewertung und eine Preisverhandlung nicht zu fürchten“, so Johann-Magnus von Stackelberg, stv. Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes.

Ex-Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) hatte versprochen, mit dem neuen Arzneigesetz (AMNOG) das Preismonopol der Pharmaindustrie zu brechen. Bis dahin konnten die Firmen bei neuen Mitteln mit Patentschutz verlangen, was sie wollten.

Schlagworte zum Thema:  AMNOG, Rabatt, Medikament

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