10.05.2013 | Arzneimittelbewertung

Nur jedes 5. Medikament hat Zusatznutzen

Trotz Forschung: Nicht jedes neue Medikament nutzt mehr.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Nutzenbewertung von Arzneimitteln zeigt: Viele neue Medikamente helfen Patienten deutlich besser als Vorgängerpräparate. Das ist eigentlich positiv. Andererseits stellt sich die Frage, warum nicht alle neuen Präparate einen Zusatznutzen haben.

Die meisten neuen Arzneimittel gegen schwere Krankheiten nützen den Patienten mehr als bisherige Medikamente - aber bei weitem nicht alle, ergab eine offizielle Prüfung. Diese Bilanz zieht das zuständige höchste Gremium im Gesundheitswesen, der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA).

Zusatznutzen fällt oft zu gering aus

Nach Angaben des G-BA haben 65 % der überprüften Mittel gegen Krebs, Bluthochdruck, Diabetes und andere Leiden einen "amtlich belegten" Zusatznutzen im Vergleich zu älteren Präparaten. Dieser Mehrwert ist in den meisten Fällen zwar messbar, aber nur sehr gering. Einen wirklich beträchtlichen Zusatznutzen bescheinigten die Prüfer nur knapp jedem 5. der Medikamente.

Mittlerweile wurden 37 Arzneimittel gemäß den seit 2011 geltenden Vorgaben der Pharmareform AMNOG bewertet.

Bewertung bremst Innovation

Der G-BA-Vorsitzende Josef Hecken sagte, nun zeige sich, dass die Bewertungen seines Gremiums fair seien. Die Geschäftsführerin des Verbands forschender Arzneimittelhersteller (vfa), Birgit Fischer, ist der Auffassung, dass durch die Bewertungen die Versorgung mit innovativen Arzneimitteln in der Realität nur noch bei Wenigen ankomme. "Weniger Patienten als in anderen Ländern profitieren vom Nutzen neuer Arzneimitteltherapien", warnte Fischer.

Schlagworte zum Thema:  AMNOG, Arzneimittel, Gemeinsamer Bundesausschuss, Nutzenbewertung

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