09.01.2017 | Arbeitsunsicherheit

Ungewissheit macht krank

Die Unsicherheit des Arbeitsplatzes macht auf Dauer krank.
Bild: Veer Inc.

Wer ständig um seinen Arbeitsplatz fürchtet, kann davon krank werden. Denn Arbeitsunsicherheit bedeutet Stress. Und Stress macht auf Dauer krank. Und das sogar noch nach vielen Jahren.

Laut der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM) kann der Stressfaktor Arbeitsunsicherheit auch langfristige Folgen haben, wie eine Studie des Helmholtz Zentrums belegt. Empfinden Arbeitnehmer im mittleren Lebensabschnitt ihren Arbeitsplatz als unsicher oder sehen sie sich von einer unfreiwilligen Umgestaltung bedroht, kann dieses Unwohlempfinden jahrelang bestehen bleiben. Dies kann – sogar erst im Ruhestand – negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben.

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Befristete Arbeitsverträge oder unfreiwillige Versetzungen belasten

Für die Studie wurden 1.800 Arbeitsnehmer zweimal innerhalb von 20 Jahren befragt. Zum Zeitpunkt der Erstbefragung waren alle Teilnehmer berufstätig. Fast 40 % von ihnen gaben an, sich oft oder manchmal Sorgen um die Arbeitsstelle zu machen. Ursachen für solche Unsicherheiten können u. a. befristete Arbeitsverhältnisse, Kurzarbeit, aber auch eine unfreiwillige Versetzung in ein neues Team oder einen neuen Arbeitsbereich sein.

Selbst im Ruhestand ist das Wohlbefinden noch gemindert

Als die Teilnehmer rund 20 Jahre später erneut befragt wurden, waren alle im Ruhestand. Die Gruppe, die bei der Erstbefragung über Arbeitsunsicherheit geklagt hatte, wies auch jetzt noch ein deutlich vermindertes Wohlbefinden auf. Das Risiko war um 43 % erhöht. Gemessen wurde anhand der WHO-5 Skala.

Ein vermindertes Wohlbefinden gilt als Risikofaktor für die Gesundheit

Länger andauernde Unsicherheitsmomente führen vermehrt zu kurzfristigen Stressreaktionen wie etwa Bluthochdruck oder körperlicher und psychischer Anspannung. Daraus können länger anhaltende gesundheitliche Probleme entstehen, die das Wohlbefinden weiter beeinträchtigen können. Ein vermindertes Wohlbefinden gilt als Risikofaktor für die seelische und körperliche Gesundheit.

Das können Vorgesetzte tun

Direkte Vorgesetzte können deutlich zur Entlastung beitragen. Sie können sowohl das Arbeitsumfeld beeinflussen, als auch den Mitarbeitern Ängste nehmen. Mit einer umfassenden und zeitnahen Kommunikation können sie Spekulationen zuvorkommen und das Gefühl von Arbeitsunsicherheit verringern.

Das können Arbeitnehmer machen

Wer häufig von dem Gefühl der Arbeitsunsicherheit geplagt wird, sollte durch Sport oder Meditation dafür sorgen, dass er Stress abbauen kann. Außerdem sollte er sich zusätzlich qualifizieren und sich über andere Beschäftigungsmöglichkeiten informieren.

Schlagworte zum Thema:  Arbeitsplatz, Verlust, Stress, Psychische Erkrankung

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