Wie die Unfallversicherung meldet, ist das Unfallrisiko bei der Arbeit 2017 erneut gesunken. Es wurde ein neuer Tiefststand erreicht. An andere Stelle greift die Prävention nicht ganz so erfolgreich: die Fälle an arbeitsbedingtem hellem Hautkrebs haben leicht zugenommen.

Die Zahlen, die von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) in ihrer Jahresbilanz 2017 veröffentlicht wurden, zeigen bei den meldepflichtigen Arbeitsunfällen je 1.000 Vollarbeiter einen Rückgang bei der relativen Unfallquote von 21,89 auf 21,16. Allerdings nahmen die tödlichen Arbeitsunfälle um über 6 % zu, vor allem in der Bauwirtschaft sowie in der Verwaltung. In der chemischen Industrie dagegen ereigneten sich deutlich weniger tödlich Unfälle.

Arbeitsunfälle: Risiko hängt von der Branche ab

Wie auch die Jahre zuvor hängt das Unfallrisiko mit der Branche zusammen. Überdurchschnittlich oft verunfallen Beschäftigte im Bau- oder Verkehrssektor. Das Gesundheitswesen, der öffentliche Dienst sowie die Verwaltung liegen dagegen mit ihren Unfallzahlen deutlich unter dem Durchschnitt.

Hauterkrankungen und Lärmschwerhörigkeit sind zurückgegangen

Auch bei den Berufskrankheiten waren die Zahlen leicht rückläufig. Sowohl die arbeitsbedingten Hauterkrankungen wie z. B. Ekzeme wurden seltener verzeichnet als auch Lärmschwerhörigkeit. Hier scheinen präventive Maßnahmen zur Verbesserung bzw. zu einer Verhaltensänderung beigetragen zu haben.

Mit Schutzmaßnahmen lässt sich heller Hautkrebs vermeiden

Beim hellen Hautkrebs scheint das Risiko immer noch weniger bekannt zu sein oder es wird öfter unterschätzt. Hier wurde ein Anstieg beim Verdacht auf eine Berufskrankheit registriert. Unnötig, denn diese Erkrankung ist vermeidbar. Die Schutzmaßnahmen dagegen umfassen technische Maßnahmen wie z. B. das Aufstellen von Sonnenschirmen, organisatorische Maßnahmen wie z. B. Arbeiten im Freien zu frühen oder späten Tageszeiten sowie persönliche Schutzmaßnahmen wie das Auftragen von Sonnencreme oder das Tragen von Mützen und Sonnenschutzkleidung – auch in der Freizeit.

Prävention ist ein wertvoller und einmaliger Schutzfaktor

Immer wieder führen arbeitsbedingte Erkrankungen in die Berufsunfähigkeit oder enden tödlich. Wer präventive Maßnahmen nicht nutzt, verschenkt einen wertvollen und einmaligen Schutzfaktor, wie das Beispiel Asbest zeigt. Im letzten Jahrhundert war nicht bekannt, wie gefährlich dieser Baustoff ist. Die Folgen davon wirken bis heute. So starben 2017 in Deutschland 2.589 Menschen aufgrund des leichtfertigen Umgangs mit Asbest vor vielen Jahren.

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