08.04.2014 | Arbeitsförderung

Fördermittel für junge südeuropäische Arbeitslose ausgeschöpft

Unerwartet starker Andrang jugendlicher Arbeitslose aus Südeuropa
Bild: PhotoDisc Inc.

Die BA hatte mit einigen hundert Südeuropäern gerechnet, die sich für einen Job oder eine Ausbildung in Deutschland interessieren. Dafür wurden zu Beginn des Jahres 2013 EU-Fördermittel bereitgestellt. Der Andrang war jedoch so groß, dass die Fördermittel bereits ausgeschöpft sind.

Die anhaltende Wirtschaftskrise in ihrer Heimat hat das Interesse junger Arbeitsloser aus Südeuropa an einer Ausbildung oder einem Job in Deutschland stark steigen lassen.

Fördermittel des MobiPro-EU-Programm weitgehend ausgeschöpft

Bis Ende März beantragten nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg 6300 Ausbildungsbewerber und 2600 Fachkräfte vorwiegend aus Spanien Fördermittel für Deutschkurse und den Umzug nach Deutschland. Das sind deutlich mehr als die Bundesagentur für dieses Jahr erwartet hatte - und auch deutlich mehr als im Etat vorgesehen.

«Ursprünglich hatten wir nur mit ein paar hundert gerechnet», räumte eine BA-Sprecherin am Montag ein. «Uns haben einfach die Erfahrungswerte gefehlt.» Der Andrang bringt inzwischen Bundesagentur und Bundesregierung in eine finanzielle Klemme: Die 2014 für das sogenannte MobiPro-EU-Programm (s. News v. 29.01.2013) von der EU bereitgestellten und vom Bundesarbeitsministerium verwalteten 48 Millionen Euro seien weitgehend ausgeschöpft.

2300 ausbildungswillige Südeuropäer und 160 Fachkräfte aus Spanien, Italien, Serbien und Griechenland würden derzeit auf später vertröstetet. Ihre Anträge würden zurückgestellt, bis die weitere Finanzierung des Programms geklärt sei, heißt es auf der Internetseite des Programms. Junge Südeuropäer, deren Antrag bereits bewilligt sei, bräuchten hingegen nicht um die Förderung zu bangen.

Aktuelle Zahlen zum Programm zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit

Derzeit nähmen 3474 ausbildungswillige Südeuropäer und 1307 Fachkräfte an dem Programm zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit teil. Finanziert wird es aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Gefördert werden nach Angaben der Bundesagentur unter anderem Deutschkurse im Heimatland, Reisekosten zur Bewerbung in Deutschland, Umzugskosten und Zuschüsse zum Lebensunterhalt während der Ausbildung.

Nach einem Zeitungsbericht hat das Bundesarbeitsministerium für das bis 2018 laufende Programm 359 Millionen Euro an Fördermitteln vorgesehen. Bleibe die Nachfrage auf dem derzeitigen Niveau würden hingegen 800 Millionen Euro benötigt.

Zahlen zur Jugendarbeitslosigkeit in den Euro-Ländern

Nach Angaben der europäischen Statistikbehörde Eurostat lag die Jugendarbeitslosigkeit in den Euro-Ländern am Jahresende 2013 bei 23,8 Prozent. Insgesamt 3,5 Millionen junge Leute zwischen 15 und 24 Jahren waren somit ohne Job. Überproportional betroffen waren junge Leute in den südeuropäischen Krisenländern. In Griechenland lag die Quote im Oktober 2013 bei 59,2, in Spanien bei 54,3 Prozent. Deutschland weist mit einer Quote von 7,4 Prozent EU-weit den niedrigsten Wert auf.

Schlagworte zum Thema:  Arbeitsförderung, Jugendarbeitslosigkeit, Bundesagentur für Arbeit, Fördermittel

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